Fernmeldedienst Dortmund übte Großschadenslage in Albersloh

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Zuletzt aktualisiert 14. Dezember 2018 (zuerst 9. September 2007).

Sendenhorst-Albersloh. Ein Waldbrand in der Hohen Ward, während am Rand des Waldgebietes ein größeres Fest stattfindet, ein Zugunglück auf der Strecke Beckum – Münster: Das war die Großschadenslage, mit der am Samstag der Fernmeldedienst Dortmund im Bereich Albersloh übte.

Die Herausforderung an die Führungs- und Fachkräfte, Ausstattung und Verfahren ist groß, denn sechs Organisationen sollen bei vielen gleichzeitigen Aktionen zu einem eingespielten Team werden: Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rottes Kreuz, Feuerwehr, darunter der Löschzug Albersloh der Freiwilligen Feuerwehr, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser-Hilfsdienst und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Drei Einsatzleitwagen mit 20 Fahrzeugen und 60 ehrenamtlichen Helfern, verstärkt von einigen Berufskräften, sind in Albersloh im Einsatz. Einige Meldungen zeigen, dass die Kräfte sich aufeinander verlassen können müssen: 11.40 geht eine Meldung aus dem Altenheim ein: „75 Bewohner mit 15 Mitarbeitern betroffen, Brand im Keller droht sich auf das ganze Haus auszudehnen. Brauchen Betreuung und Feuerwehr.“ Und an anderer Stelle um 12.07 Uhr: „Lage wird kritisch. Patienten können nicht betreut werden und werden panisch.“

Flaggschiff der High-Tech-Wagen ist der ELW 3, der Einsatzleitwagen der Berufsfeuerwehr Dortmund. 16,5 Meter ist er lang, mit Zugmaschine 22,5 Tonnen schwer. Ein Ausschub vergrößert die Lagezentrale auf 20 Meter. Drinnen High-Tech. Um die Verbindungen sicherzustellen, wird vieles mehrfach vorgehalten, zeigt Thanos Athanassios von der Berufsfeuerwehr Dortmund. Für den Mobilfunk je zwei Karten der drei großen Provider. Für den DSL-Anschluss ins Internet sorgen lange Kabel; Funkantennen sind Standard. Im flachen Gebiet von Albersloh ohne hohe Gebäude ist die Funkverbindung gut. Auf den großen Bildschirmen lassen sich Satellitenbilder von Google Earth anzeigen und dort auch Standorte von Einsatzkräften festhalten.

Der Funkverkehr ist anstrengend. Einiges Neue und Unbekannte will verarbeitet sein. Der Löschzugführer hat mit der Leitung den neben ihm arbeitenden Einheiten wenig zu tun. So kennt er seine Abkürzungen, aber DRK und THW haben ihre eigenen Mittel und Kürzel. Da ist es schwer, hinter den Kürzeln die Einsatzmöglichkeiten zu erkennen.

Auf dem Prüfstand steht auch die Technik. Da muss eine Doppelnutzung auf dem 2-Meter-Band mit der Polizei bereinigt werden. Oder die Fernmelder müssen die Ursache des zwischen Einsatzabschnittsleitung und Einsatzleitung unterbrochenen Funkverkehrs in einer Fülle von Möglichkeiten so schnell wie möglich isolieren und abstellen. Solche Probleme sind normal, betont Einsatzleiter Thomas Voßeberg, und dazu sind Übungen da.

Getestet wird auch die Dokumentation. Bei ihr geht es nicht nur darum, für Haftungsfragen alles nachvollziehen zu können. Es ist auch die möglichst schnelle, komplette und einfache Vermittlung der Informationen, die die Einsatzleitung für richtige Entscheidungen braucht.

Die Nachrichtenübermittlung habe gut geklappt, resümiert Bernhard Göbel vom Fernmeldedienst der Malteser aus Dortmund am Abend, als die Kräfte nach und nach zum geselligen Abendessen eintreffen. Bei der Dokumentation habe sich herausgeschält, wo genau der Schulungsbedarf liegt. Die Aufarbeitung der Abläufe werde zwei Monate beanspruchen.

Viel Vorbereitung steckt in dem Training für Ereignisse, die „hoffentlich nie eintreten“, so Voßeberg und Göbel. Im Ernstfall wären dann, nachgeforderte Kräfte eingeschlossen, geschätzte 800 Helfer im Einsatz.

Am Sonntag steht der Abbau der technischen Anlagen und der Kabel an; mittags einige Vorträge, bei denen es auch um den Digitalfunk geht. Übernachtet wird in der Turnhalle der Ludgerus-Schule. Verfolgt wird die Übung auch von der Stadt Sendenhorst. Bürgermeister Berthold Streffing verschafft sich einen Eindruck. Er wäre im Ernstfall etwa derjenige, der über die Nutzung öffentlicher Gebäude für Verletzte entscheidet. Auch Gudrun Hagedorn vom Ordnungsamt, unter anderem mit Fragen der Feuerwehr befasst, lässt sich die Einsatzleitwagen erläutern.

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Zum Glück nur eine Übung: Auch am Altersheim an der Teckelschlaut ist schnelles Handel gefragt. Foto: -anh-.

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In der Einsatzleitstelle im Feuerwehrhaus in Albersloh lassen sich auch Bürgermeister Berthold Streffing und Gudrun Hagedorn vom Ordnungsamt instruieren. Foto: -anh-.

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Thanos Athanassios von der Berufsfeuerwehr Dortmund kann im 16,5 Meter langen Einsatzleitwagen auch auf Informationen aus dem Internet zurückgreifen. Foto: -anh-.

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Dieser Einsatzleitwagen samt Ausschub passt nicht aufs Bild: Heinz-Günter Rose (r.) ist einer der Fahrer, die den 22,5-Tonner für Führungskräfte wie Thanos Athanassios bewegen. Foto: -anh-.