Feinfühliges Miteinander von Kammerchor und Sinfonikern

Münster. Die Aussicht auf dieses Programm füllte über 400 Plätze in der Herz-Jesu-Kirche: Am Sonntagnachmittag boten der Kammerchor und Mitglieder des Sinfonieorchesters Münster Weihnachtslieder und Arrangements für Chor und Orchester dar. „Licht!“ lautete das Motto. [ Fotos Kammerchor Herz-Jesu Kirche: Licht! ]

Dieses schon traditionelle Konzert zu Weihnachten zog auch aus entfernteren Stadtteilen viele Zuhörer an.

„Ein Menschensohn ist uns geboren“, aus tiefer Nacht leuchtet der Morgenstern – solche Botschaften kennzeichneten die Vokalwerke.

Insgesamt verhalten, etwas melancholisch auch ist Jochen Schwabs „Geboren ist das Kind zur Nacht“ – der Chor setzte in diesem engen Rahmen unter Michael Schmuttes Dirigat dennoch sanfte, aber klar erkennbare Dynamik – eine bestechende Leistung. Mehr Akzente hätten womöglich die Männerstimmen in Wolfram Buchenbergs „Nun freut euch, ihr Christen“ zeigen können.

In einer anderen Klangwelt sticht „Stern über Bethlehem“ heraus: Die Komposition von Jutta Bitsch setzt mehrstimmig verwoben, aber transparent, ein Stakkato in den Gesangsstimmen ein, lässt den Klang vom Sopran zum Bass hinab laufen, die Trompete von Gerd Radeke setzt Anfang und Ende, ruft dazwischen wie aus weiter Ferne. 

Die einleitenden Takte der Instrumente, gerade der Streicher, waren ein Trumpf des Konzerts. Ein weiterer die reinen Instrumental-Werke, das Oboenkonzert op. 9, Nr. 2 d-Moll von Tomaso Albinoni mit Jan-Stefan Wimmer an der Oboe und Händels Suite in D für Trompete und Orchester. Peter Cornelius' „Die König“ bestritten als Solisten Elisabeth Juhl, Stefan Sbonnik und Albrecht Goez mit dem Chor.

Zum „Candlelight carol“ von John Rutter glitt eine Sängerin an die Stelle des Trompeters und eine Querflöte erklingt.

Gern bot das durchweg gut besetzte Ensemble von 36 Sängern und 15 Instrumentalisten als Zugabe zunächst ein „Oh du selige“. Wieder sang das Publikum reibungslos mit, bis Schmutte zur Empore wies: Von dort sang ein Quartett. Zum Schluss durfte das begeisterte Publikum noch einmal „Candlelight carol“ genießen.

Licht sei wichtig nicht nur für die Zellen des Körpers, sondern auch für Psyche und Seele, hatte Pfarrer Martin Sinnhuber zur Einstimmung gesagt: Der Mensch braucht Licht.

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