Experte: “Wirtschaft muss mehr energiesparende Verfahren entwickeln”

Münster (wid), 23.02.2007. In Sachen Klimaschutz ist es fünf vor 12. Nur noch 5 Jahre Zeit zur drastischen Reduktion schädlicher Emissionen, mahnt derbisher unveröffentlichte Teil drei des UN-Klimaberichtes. "Die Deutsche
Industrie tut schon recht viel, allein aus wirtschaftlichem Interesse. Private aushalte, der Verkehr und vor allem die Energiewirtschaft haben jedoch nochviel Potenzial beim Vermeiden von Treibhausgasen", meint Professor Manfred
Lange vom Zentrum für Umweltforschung (ZUFO) der Universität Münster.

Eine Riesenchance hingegen räumt der Forscher aus Münster Unternehmen ein, die ihren Kunden energie- undschadstoffsparende Produkte und Verfahren anbieten.

"Hier kann und soll Deutschland wieder Vorreiter sein, denn ökonomisch und ökologisch können wir auf diesem Sektor neue Märkte erobern", so der Experte.Ein praktisches Beispiel liefert die BASF Coatings. Das Unternehmen hat laut Pressemitteilung ein neues, energie- und zeitsparendes Lackierverfahrenentwickelt, das bei der Serienfertigung des Mini in einem englischen Werk der BMW Group erfolgreich angewendet wird.
Differenziert sieht Umweltforscher Lange die Möglichkeit für Unternehmen, bei zu hoher Schadstoffemission so genannte CO2-Zertifikate zu kaufen, mit denendie Umweltverschmutzung quasi refinanziert wird. "Der internationale Handel mit
CO2-Zertifikaten für die Wirtschaft ist zwar grundsätzlich gut gedacht, kann aber auch leicht in eine moderne Form des Ablasshandels umschlagen, nämlichdann, wenn diese zusätzlichen Kosten beispielsweise über erhöhte Energiepreise
an die Verbraucher weiter gegeben werden." Ein sinnvolles Instrument seien diese Zertifikate nur, wenn keine monopolistische Branche davon Gebrauch mache.

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Spar-Potenzial bei Verbrauchern

Der deutsche Verbraucher hingegen habe noch viel Sparpotenzial. "Die Fahrt zum  Brötchenholen mit dem Auto muss passé sein." Allein deswegen befürwortet Langedie jüngsten Vorschläge von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee zur
CO2-abhängigen Kfz-Steuer.

Folgen des Klimawandels unabwendbar

Doch selbst bei schnellem Umdenken hält der  Forscher aus Münster Klimaveränderungen auch in Deutschland für unabwendbar. Hitzesommer, Überschwemmungen und Stürme seien keine Einzelereignisse mehr. "Es geht nicht mehr darum, solche Wetterkapriolen und -katastrophen zu verhindern, es geht jetzt darum, mit ihnen zu leben."

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Über Andreas Hasenkamp 6437 Artikel
Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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