Evolution krankmachender Mikroorganismen

"Evolution ist Bestandteil unseres Lebens"

Symposium der "Münster Graduate School of Evolution Initiative" gibt Einblicke in die Evolution krankmachender Mikroorganismen

"Evolution ist Bestandteil unseres Lebens." Das betonte Prof. Dr. Stephan Ludwig, Prorektor für Forschung, am Dienstag (19. Juni) beim Symposium der "Münster Graduate School of Evolution Initiative" der Westfälischen Wilhelms-Universität, als er einen Gastvortrag von Prof. Dr. Helge Karch zum Thema EHEC ankündigte. "Der Vortrag von Herrn Karch zeigt eindrücklich, dass das Thema Evolution nichts Abstraktes ist, sondern uns alle tagtäglich betrifft, gerade hinsichtlich der Evolution krankmachender Mikroorganismen", erklärte der Prorektor.

Der Münsteraner Helge Karch war während der EHEC-Epidemie, die Deutschland im vergangenen Jahr in Atem gehalten hatte, einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe hatte er in Rekordzeit die Erbinformation des für den Ausbruch verantwortlichen Stamms von Bakterien der Art Escherichia coli analysiert und die Ergebnisse veröffentlicht. In seinem Vortrag gab der Experte Einblicke in die Bakterien-Evolution, die innerhalb kurzer Zeit den gefährlichen Stamm hervorgebracht hat – und jederzeit neue, potenziell tödliche Erreger schaffen kann. Vor diesem Hintergrund sei es besonders wichtig, so Helge Karch, dass in eine ausreichende Finanzierung der Grundlagenforschung und der Entwicklung diagnostischer Methoden investiert werde. Nur so könne man für den nächsten Ausbruch einer Epidemie möglichst gut gewappnet sein.

Als zweiter Gastredner während des zweitägigen Symposiums sprach Prof. Richard Goldstein, ein international renommierter mathematischer Biologe vom "National Institute for Medical Research" in London, über die Evolution von Grippeviren. Die Doktoranden der "Graduate School of Evolution Initiative" stellten ihre Projekte vor, die thematisch von den Geowissenschaften über die Biologie und die evolutionäre Medizin bis hin zur Philosophie reichten.

"In der Fächerbreite liegt die Stärke dieser Graduiertenschule", betonte Stephan Ludwig. "Gesellschaftlich brennende Fragen werden hier in einem fächerübergreifenden Ansatz diskutiert. Dazu gehören zum Beispiel der Einfluss veränderter Umweltbedingungen auf die Entwicklung von Krankheitserregern oder Fragen der personalisierten Medizin. Die interdisziplinäre Sicht schließt in einzigartiger Weise sowohl Natur- und Lebenswissenschaften als auch die Geisteswissenschaften mit ein." Die Graduiertenschule "Evolution" hatte die letzte Runde der Exzellenzinitiative erreicht, am Ende waren die Gutachter dem Antrag auf Förderung jedoch nicht gefolgt. Dennoch soll die "Graduate School of Evolution" an der Universität Münster als ein zentraler Ausbildungs- und Forschungsschwerpunkt etabliert werden.

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