Erinnern an Krieg und Frieden in Münster Themenabend im Stadtarchiv Münster zu Denkmälern in Münster

Münster (SMS) An den zermürbenden Krieg vor 100 Jahren erinnern auch in Münster Denkmäler und Ehrenmale. Oft kurz nach 1918 „für gefallene Helden“ aufgestellt, befremden sie vielfach heute in ihren Botschaften. Wie diese steinernen Zeugen des Ersten Weltkrieges wirken, welchen Stellenwert sie in der Gedenklandschaft einnehmen, ist Thema einer Arbeitsgruppe mit Bürgerinnen und Bürgern, Studierenden und Wissenschaftlern der Uni Münster. Sie präsentieren ihre zweijährigen Forschungen, unterstützt von Akten, Fotografien und Plänen, beim Themenabend im Stadtarchiv.

Gestaltung und Gravuren geben Einblick in den Umgang von Militär und Stadtgesellschaft mit den Opfern und dem verlorenen Krieg. Ehrenmale spiegeln den Zeitgeist. Bei der Einweihung des Denkmals für die 855 Gefallenen der „Königlichen Westfälischen Trainabteilung Nr 7“ im Sommer 1925 sagt Oberbürgermeister Dr. Sperlich: „Möge es Jahrzehnte und Jahrhunderte lang ein Zeugnis sein der treuen Pflichterfüllung, der glühenden Vaterlandsliebe und der todbereiten Hingabe (…)“. Seinen Platz hat es am Rand des Ludgeriplatzes. Bis heute entfachen die massiven Steinblöcke mit ihren Symbolen Diskussionen und Widerspruch.

Der Themenabend bündelt anschaulich die Initiativen, die sich in den letzten Jahrzehnten für eine zeitgemäßere Erinnerungskultur eingesetzt haben. Wie unterschiedlich Öffentlichkeit Denkmale wahrnimmt, thematisiert der Abend an drei weiteren Beispielen: Am 1942 eingeschmolzenen Friedensdenkmal, am Denkmal „Stehender Soldat“ im Schlossgarten und am Dreizehnerdenkmal in der Promenade.

Info: Themenabend „Erinnerung an Krieg und Frieden“ im Stadtarchiv, Donnerstag, 19. Mai, 18 Uhr, An den Speichern 8. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird wegen begrenzter Plätze gebeten: per E-Mail archiv@stadt-muenster.de oder am Telefon 02 51 / 4 92-47 08.

Bitte gib der Seite ein

Verwandte Inhalte:

  • Münster.- Einmal im Monat wird Münsters Geschichte dort lebendig, wo auch die Originaldokumente bewahrt werden: Das Stadtarchiv setzt seine lebhaft nachgefragten historischen Themenabende fort.  Ausgewiesene Fachleute nehmen auch 2007 ihre Zuhörer mit auf eine Reise  in Münsters Vergangenheit. Sie blättern unbarmherzige Verhöre angeblicher Hexen auf, berichten von einem Betrugsversuch  bei…
  • Münster (SMS) „Die Stadtverwaltung Münster im Nationalsozialismus“ ist der Name eines Projektes, das die Rolle der Stadtverwaltung Münster im NS-System untersucht. Es sollen die Handlungsräume der Verwaltung in diesen zwölf Jahren, aber auch der Umgang mit der Bevölkerung erforscht werden. Gerade für die 1933 und 1945 wird der Blick besonders…
  • „Stadtmuseum ganz persönlich…“: persönliche Verbindungen mit MünsterMünster (SMS). Auf seinem YouTube Kanal „stadtmuseumTV“ zeigt das Stadtmuseum Münster die neue Serie „Stadtmuseum ganz persönlich … “. Über vierzig Freundinnen und Freunde des Stadtmuseums zeigen anhand von Objekten von Münsters Stadtgeschichte seit 793, welche Ereignisse, Persönlichkeiten oder Gegenstände sie ganz persönlich mit unserer Stadt und seiner Geschichte verbinden.…
  • Münster/Stadtbücherei. Vor hundert Jahren – am 1. April 1909 – überließ die Stadt Münster dem Katholischen Bücher- und Lesehallenverein das Krameramtshaus für eine symbolische Miete von einer Mark. Am 23. Mai stattete dann die Stadtverordnetenversammlung der öffentlichen Bücher- und Lesehalle einen Besuch ab und sagte eine finanzielle Förderung zu. Ausstellung…
  • Münster. Rückblende: Am 3. März 1970 trieben Lehrermangel, drängende Raumnot und anhaltende Bildungsmisere rund 1500 Pennäler aus Münster auf die Straßen. Die Schülerschaft aller Gymnasien  beteiligte sich am Schulstreik.  Mit einer Ausnahme: Schülerinnen der Marienschule erschienen pünktlich zum Unterricht. Das Schulkollegium empfahl noch vor Streikbeginn eine Reihe von Schritten gegen…
Follow by Email
RSS