Energie-Label muss verständlich bleiben

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Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, Effizienzklassen regelmäßig neu zu definieren

04.02.2009 – Das Bundeswirtschaftsministerium soll sich bei den Beratungen der EU zur Energiekennzeichnung von Haushaltsgeräten für ein aktualisiertes A-G-Label einsetzen. Dies fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Vorfeld von Beratungen des Regulierungsausschusses am 6. Februar. Das erfolgreiche Label durch eine nach oben offene Zahlenreihe zu ersetzen, lehnt der Verband ab. „Die Kennzeichnung muss leicht verständlich sein und Anreize für Innovationen der Hersteller geben“, so Vorstand Gerd Billen. Aktuelle Studien belegen, dass Verbraucher das A-G-Label am besten verstehen.

Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten

In der Diskussion um eine Neugestaltung der Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten plädiert der Verbraucherzentrale Bundesverband für ein aktualisiertes A-G-Label. Bei diesem Modell würde in regelmäßigen Abständen neu definiert, welche Kriterien ein Gerät der höchsten Effizienzklasse A erfüllen muss. Ältere Produkte müssten dann jeweils herabgestuft werden. Notwendig ist eine solche Anpassung, weil immer mehr Neugeräte der Klasse A entsprechen. Damit verliert die Kennzeichnung jedoch an Aussagekraft für die Verbraucher. Industrieverbände und einige EU-Mitgliedstaaten wollen die Kennzeichnung dagegen grundsätzlich umgestalten. Statt die Klassen A-G neu zu definieren, sollen sie durch eine nach oben offene Zahlenskala oder eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen ersetzt werden. Der effizienteste Fernseher könnten dann beispielsweise Klasse 10 sein, der effizienteste Kühlschrank Klasse 7 oder die effizienteste Waschmaschine Klasse B9. „Das ist für Verbraucher komplett verwirrend“ kritisiert Billen.

Mehrheit der Verbraucher versteht A-G-Kennzeichnung am besten

Für die Position, das bestehende A-G-Label beizubehalten, sprechen auch die Ergebnisse aktueller Studien im Auftrag des britischen Energiesparfonds, der britischen Regierung und der europäischen Verbraucherorganisationen ANEC und BEUC. Im Mai letzten Jahres wurden 7.000 EU-Bürgern in sieben Mitgliedsstaaten befragt. Sieben von zehn Befragten insgesamt und sogar acht von zehn Deutschen finden das derzeitige Label verständlicher als die vorgestellten Alternativen. Die Verbraucher wünschen sich der Studien zufolge allerdings, dass die Skala regelmäßig aktualisiert wird. Eine Gültigkeitsperiode soll außerdem gewährleisten, dass die Kunden veraltete von aktuellen Labels unterscheiden können.

Energielabel der EU ist eine Erfolgsgeschichte

Das Energielabel der Europäischen Union (EU) teilt Haushaltsgeräte in die Energieverbrauchsklassen A bis G ein. Der grüne Pfeil mit dem „A“ steht für das effizienteste Gerät, der rote mit dem „G“ für den größten Energiefresser. In den letzten zehn Jahren hat der Anteil der A-Geräte am Markt beständig zugenommen. Während 1996 nur 10,5 Prozent aller verkauften Kühlgeräte in Deutschland der höchsten Effizienzklasse entsprachen, fielen 2007 bereits rund 90 Prozent unter diese Kategorie. Davon entsprachen 34,4 Prozent gar den neu geschaffenen, noch sparsameren Klassen A+ beziehungsweise A++. Ein A++-Gerät spart gegenüber einem A-Gerät 27 Euro Stromkosten und 77 Kilogramm Kohlendioxid im Jahr.

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