Elektroautos: Forschungsprojekte zur Lithium-Luft-Batterie gestartet

Zuletzt aktualisiert 6. Januar 2019 (zuerst 5. Juli 2011).

Am Batterieforschungszentrum MEET der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat am Dienstag, 5. Juli, der Auftakt der Forschungsprojekte „GLANZ“ und „STELLA“ stattgefunden. Die beiden Verbundvorhaben zielen darauf ab, die Speicherkapazität von elektrochemischer Energie in wiederaufladbaren Batterien zu steigern und somit größere Reichweiten für Elektroautos zu erzielen. Dabei wird auf die Weiterentwicklung der Lithium-Luft-Technologie gesetzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Projekte mit insgesamt rund 5,6 Millionen Euro. Davon entfallen mehr als zwei Millionen Euro auf die Universität Münster.

Die beiden Vorhaben werden im Rahmen der BMBF-Initiative „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität“ gefördert. Mit den Projekten soll die Spitzenforschung am Standort Deutschland gestärkt und die Kompetenz in der Elektrochemie weiter ausgebaut werden.

Ziel beider Projekte ist es, die Speicherkapazität von Batterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern – angefangen von den Materialien bis hin zur fertigen Zelle. „Die Energieinhalte in Akkumulatoren deutlich zu erhöhen, ist die Voraussetzung für größere Reichweiten und somit auch dafür, die Elektromobilität nachhaltig zur Marktreife zu bringen“, betont STELLA-Projektkoordinator Privatdozent Dr. Leo van Wüllen von der Universität Münster. Die Lithium-Luft-Batterie böte mit ihren extrem hohen theoretischen Energiedichten hierzu eine vielversprechende Möglichkeit. „Entscheidend ist, das System praxistauglich zu machen“, sagt Prof. Dr. Martin Winter, der gemeinsam mit Prof. Dr. Stefano Passerini das MEET-Batterieforschungszentrum in den Projekten vertritt. Neben der Energiedichte werden auch die Lebensdauer und die Recyclingfähigkeit von Batterien unter die Lupe genommen.

„GLANZ“ ist die Abkürzung für „Durch Glas geschützte Anode und Zelle“ und steht für das Projekt „Wiederaufladbare Lithium-Luft-Zelle mit glasbasierten Festkörperelektrolyten und geschützter Anode“. Partner sind in dem Vorhaben neben der Universität Münster die Unternehmen Schott, Chemetall, Varta und Volkswagen. „Wesentliche Impulse sollen vom applikationsgerechten Verbau neuentwickelter Lithium-Ionen leitender Materialien erfolgen“, sagt „GLANZ“-Projektkoordinator Dr. Wolfgang Schmidbauer von der Schott AG.

Das Kürzel „STELLA“ leitet sich von „Strukturierte Elektroden für Metall-Luft-Akkumulatoren“ ab. An diesem Vorhaben ist neben der WWU federführend die Universität Hamburg mit Prof. Dr. Michael Fröba beteiligt.

MEET steht für „Münster Electrochemical Energy Technology“. Ein internationales Team von rund 75 Wissenschaftlern arbeitet hier an der Weiterentwicklung von innovativen elektrochemischen Energiespeichern. Dabei bringt MEET wissenschaftliche Grundlagenforschung und industrielle Anwendungen an einem Ort zusammen. Als Kooperationspartner sind bereits mehr als 30 Firmen an Bord, die die gesamte Wertschöpfungskette der Batterieherstellung vertreten – vom Rohmaterialienlieferanten bis zum Anwender.

Unterstützt wurde der Aufbau des Batteriezentrums von der Universität Münster, dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen.

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