Einzigartige Biographien nicht nur gezeichnet Frauenportraits und Dialog über individuelle Wege

Einzigartige Biographien nicht nur gezeichnet Frauenportraits und Dialog über individuelle Wege
Eine Vielfalt weiblicher Biografien lieferte Ideen zur Diskussion: „Ein selbstbestimmtes Leben für Münsteraner Frauen“. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 14. März 2017 (zuerst 11. März 2017).

Münster-Wolbeck. Dutzende Porträts hängen über- und nebeneinander an den Wänden im Wohnzimmer des Fachwerkhauses von Natalie Arun im Gewerbegebiet an der Windmühle, zwischen ihnen stehen einige der porträtierten mit ihren Zeichnerinnen, dem Künstlerinnenduo ErdengoldKUNSTwerk. Nathalie Arun und Cornelia Kalkhoff. Die Frauen sind nicht nur in stilisierten, Akzente und typisches betonenden Zeichnungen porträtiert, da und dort ergänzt von prägenden Orten, wie der Frauenstraße, oder von einem Adler oder Stier, dazu umgeben, eingerahmt, durchdrungen von Text. Denn während eine der beiden Künstlerinnen zeichnete, führte die andere ein Gespräch mit jeder Frau. 40 mit Tusche und Gold gezeichneten Porträts Münsteraner (und Wolbecker) Mädchen und Frauen kamen zusammen. Über 40 sind es derzeit, sechzig unverkennbar einzigartige, von der Zeichnung des Gesichts bis zur Gestaltung des Texts. Das verbindende, den roten Faden, liefert das Nachdenken über den eigenen Lebensweg, den hoffnungsvoll geplanten oder mit Auf und Ab und Kollisionen durchlaufenen.

Da ist eine „echte Wolbeckerin“, die sich vorstellen kann, ihr ganzes Leben in Wolbeck zu verbringen, die Juristin, die in ein Männerstudium geriet, eine Frau die sich lieber selbstständig machte. Die Künstlerinnen kennen viele ihrer Biografien, wissen um Unterschiede zwischen jenen, die als Einzelkämpferinnen ihren Weg finden mussten oder die Immigrantin, hinter deren Selbstständigkeit die ganze Familie unterstützend steht. Dann wechselt das Gespräch, angeregt von den Porträts, zum regen Austausch, hin zu dem, was heute auf dem Weg zur Gleichberechtigung noch zu tun sei.

Etliche der Portraitierten hatten erst Bedenken, sich so zu öffnen, erinnern sich Arun und Kalkhoff. Die Zurückhaltung habe sich bald gelegt. Warten, sie würden hier zum ersten Mal so intensiv über ihr eigenes Leben nachdenken, über Selbstbestimmung und Bestimmung. „Es hatte etwas Heilendes“, so Arun.

Begonnen hatte das Projekt Anfang 2015, erinnern sich Marianne Hopmann und Claudia Scholz von der Stiftung „Fair für Frauen“ aus Münster. Im April und Mai 2016 stellten Kalkhoff und Arun für sechs Wochen in Münsters „Torhaus“. Es folgten weitere Portraits – und weitere warten, so Arun.

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