Eins wie der Fluss und das Meer

Zuletzt aktualisiert 15. November 2015 (zuerst 5. November 2006).

Münster-Wolbeck. Ein fröhlicher Herbst, verspielt und mit viel Sonnenschein, fuhr am späten Nachmittag des Sonntag beim kirchenmusikalischen Programm durch St. Nikolaus.

„La Tromba“ – die Musik für Trompete und Orgel, zwischen Allerheiligen und Volkstrauertag aufgeführt, kannte auch stillere Teile und stand im Dienste der Meditation. Heinz Rehrmann las dazu Texte, teils von den Komponisten wie Johann Sebastian Bach beim „Gib dich zufrieden“. Ein roter Faden und die Erklärung für das Beeinander von Fröhlichkeit und Ernst war das christliche Verhältnis zu Leben und Tod, wie es im Werk-Titel „Komm süsser Tod“ oder in diesem Zitat Ausdruck findet: „Denn Leben und Tod sind eins wie der Fluss und das Meer eins sind“.

Anja Bareither spielte Trompete und – im Bild – Flügelhorn mit dem Organisten von St. Nikolaus, Thorsten Schwarte.Anja Bareither spielte Trompete und Flügelhorn mit Thorsten Schwarte an der Orgel. Die beiden Musiker, seit Emsdettener Kindertagen miteinander bekannt, und ihre Blas-Instrumente harmonierten sehr gut.

Das kirchenmusikalische Programm ist immer wieder eine Gelegenheit, für einen Gottesdienst ungeeignete Werke erklingen zu lassen. So diesmal für die „Meditationen“ des Zeitgenossen Lothar Grapp, ein Zufalls-Fund, den Schwarte in einem Orgel-Solo bot.

Zum breiten Spektrum dieses gut besuchten Spätnachmittags gehörte das Flügelhorn. Bareither spielte es im Schlussteil ihrer Improvisationen und in der Ballade von Bernard Fitzgerald. Die Improvisationen waren in der Kombination mit den Text aus dem Buch „Der Prophet“ des libanesischen Malers, Philosophs und Dichters Khalil Gibrans ein nicht nur anspruchsvoll-forderndes, sondern auch musikalisch bereicherndes Werk. Für einige Effekte sorgte die nun im Kirchenschiff an wechselnden Standorten spielende Trompeterin mit Dämpfungen wie der Harmon- und Cup-Dämpfung. Gar keinen Namen trägt das vor der Sakristei praktizierte „Durch-Atmen“ der Trompete, das fast keinen Klang entstehen lässt. Eine als Meditation sehr gelungene Kombination von Text und Klang.

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An Heiligabend kehrt Bareither nach St. Nikolaus zurück. Dann soll es vor der 22-Uhr-Messe ein Vorspiel mit Orgel und Piccolo geben. Bareither spielte als 16-Jährige im Jugend-Symphonieorchester der Euregio unter Werner Marihart mit.

Zwei ihrer Lehrer waren auch in Wolbeck schon zu hören, Werner Marihart und Wolfgang Bleibel, bei dem sie Jazz-Improvisation studierte. Bareiter unterrichtet heute an Musikschulen in Steinfurt und Münster, wirkt im Kurion-Orchester mit – ebenfalls in Wolbeck bekannt – und ist Teil des Bühnen-Ensembles der Städtischen Bühnen Münster.

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