Eine-Welt-Kreis befürwortet Anträge zu Schüler-Wohnheim in Nigeria und Jugendbildung in Togo

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Münster-Wolbeck. Große Summen und neuartige Projekte prägten die Jahres-Mitgliederversammlung 2009 des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises St. Nikolaus Wolbeck e.V. Etwa 20 von 160 Mitgliedern waren erschienen. Der Verein ist "der mit Abstand größte" seiner Art in Münster, so die Vorsitzende Ingrid Sieverding, am Dienstagabend, 10.03.2009, im Gemeindesaal des evangelischen Gemeindezentrums.

Ein besonderer Dank der Vorsitzenden ging besonders an Karl Wagner für die Mitgliederwerbung, Luise Leusbrock für die Schaukasten-Pflege und an Dorothea Erhardt für den Internet-Auftritt und ein neues Faltblatt.

Für die "Partnerschaft mit Gesicht" sind Vereinsmitglieder auch 2008 weit gereist, berichtete Sieverding: nach Indien zugunsten eines Mobils für aidskranke Kinder, nach Nepal und nach Nigeria. Von dort dankte der Bischof Ugorji, das Jubiläum sei vorbei, die Freude bleibe.

Einen schnellen Eingriff forderte vom Verein die Schule in Bela – sie drohte abzustürzen.

In Nepal läuft der Bau von 335 Biogas-Anlagen in der Region Bela. Ende 2010 könnte ein weiterer Projektteil mit weiteren Anlagen hinzukommen, "wenn es die finanzielle Situation weiterhin so gut mit uns meint", so Berichterstatter Christoph Roer. Derzeit sei täglich 16 Stunden lang der Strom gesperrt. "Dagegen ist Nigeria garnichts", entfuhr es Sieverding.

Große Summen für die Projekte des Vereins kommen vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Aber auch Einkünfte aus dem Basar für Weihnachtsgestecke und dem Eine-Welt-Laden konnte Schatzmeister Karl-Heinz Kleintje vermelden. Der Laden bringe allerdings deutlich weniger, seitdem der Verein ihn nicht mehr auf dem Wolbecker Wochenmarkt präsentiert. Über mehr Arbeit freute sich Kleintje bei den Spenden, deren Gesamtvolumen leicht angestiegen ist: Ihre Zahl ist größer geworden – der Verein sei "breit aufgestellt". Die Gelder seien gut angekommen, auch die 1500 Euro aus einer Aktion am Gymnasium Wolbeck. Der Verein könne "guten Mutes die kommenden Projekte angehen". 

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Teilerneuerter Vorstand für neue Projekte

Eindruck machte wieder einmal das Zahlenwerk des Schatzmeisters. Wer die "Mühen nachvollziehen" wolle, dem könne sie, sagte Kassenprüferin Sigrun Schäckelhoff, "nur empfehlen, das Amt zu übernehmen." Sie und ihr Amtskollege Georg Rölver bescheinigten die Korrektheit der Kassenführung. Der Vorstand wurde ohne Gegenstimmen entlastet.

Der neue sieht etwas anders aus: Während Sieverding und ihre Stellvertreterin Angela Haase-Nimzik wiedergewählt wurden, zog sich Günther Stemmer zurück. "Zu unserem größten Bedauern", betonte Sieverding, und dankte dem "Mann der ersten Stunde".

Für Stemmer rückte Christoph Roer nach. Beisitzer sind Walter Funke, Ayke-Michael Hillmann, Marie-Christine Wehrmann und der langjährige Schatzmeister Kleintje. Die Kassenprüfung übernehmen Rölver und Sven Witte.

Der Verein nahm drei Anträge zu zwei weiteren Projekten an. In Ahiara fördert er das von Roer vorstellte Projekt, ein Wohnheim für etwa 400 Schüler zu bauen. Nach eingehender Befragung und Diskussion bejahten die Mitglieder auch das von Atchou "Hubert" Essousso vorgestellte Projekt eines integralen Bildungszentrums für Entwicklung, CFID, in der Hauptstadt Togos. Der in Münster promovierte Essousso will mit dem Zentrum, dessen Direktor er würde, 15- bis 25-jährigen Jugendlichen in seiner Heimat helfen: "Die Leute werden arm geboren und glauben, sie könnten daran nichts ändern". Das Zentrum soll auf die Übernahme von Eigenverantwortung und zugunsten demokratischer Teilhabe wirken. Der Verein soll als Träger im Huckepack-Verfahren wirken, sodass ein Antrag beim BMZ gestellt werden kann. Nach zwei Jahren soll es sich finanziell selbst tragen. Eventuell soll dazu der Verein ein Spendenkonto einrichten.