Ein Treffpunkt für ganz Angelmodde

Ein Treffpunkt für ganz Angelmodde
Der neue Vorstand der Heimatfreunde Angelmodde will das Gallitzinhaus stärker zum Treffpunkt machen. Foto: privat.

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Heimatfreunde Angelmodde wollen sich weiter öffnen / Neuer Vorstand von Mitgliederversammlung gewählt

Münster-Angelmodde (agh). Angelmodde soll wieder einen Treffpunkt haben – das wünschen sich die Heimatsfreunde Angelmodde und stießen bei ihrer Mitgliederversammlung am Mittwoch einige Aktionen an. Früher stand man in der Kneipe am Tresen in der dritten Reihe und wusste spätestens nach einer Stunde Bescheid, was so passiert. Heute nicht mehr. Gelegenheiten zum Treffen wollen die Heimatsfreunde in ihrem Gallitzin-Haus schaffen, beschlossen sie am Mittwoch. So könnte es ein monatliches Dorfcafé geben, Nachbarschaftstreffen könnten dort stattfinden in den Innenräumen und auf der Terrasse zur Angel hin, womöglich ein gemeinsames Fußballgucken. Die Räume sollen auch anderen Angelmodde Vereinen für Versammlungen zur Verfügung stehen. Ganz Angelmodde sei gemeint. Für den 2. Dezember ist eine Weinprobe geplant.

So etwas soll das Gallitzin-Haus aus seinem Dornröschenschlaf erwecken, meint Dr. Wolfgang Echelmeyer. Gern gehört habe das Bezirksbürgermeister Peter Bensmann.

Der neue Vorstand besteht aus Engelbert Honkomp, seinem Stellvertreter Hein Götting, der Schatzmeisterin Margit Laß, Schriftführer Echelmeyer und den Beisitzern Frank Sölken, Robert Osterhaus, Mark Mallwitz und Hans-Georg Dornhege sowie Peter Rumphorst als Vertreter der Vereine. Die Heimatsfreunde freuten sich über zehn neue Mitglieder. Eines davon ist der Künstler Dornhege, der sich um Ausstellungen kümmern will. Kürzlich hatte er selbst im Gallitzinhaus ausgestellt. Nach Jahrzehnten treuer und engagierter Arbeit wurden verabschiedet Ada und Ludwig Mädel sowie Dieter Fischer.

Für historische Einsichten sorgte ein Vortrag über „Wie Westfalen wirklich sind. Bilder durch die Jahrhunderte“ des Historikers Dr. Christoff Spannhoff vom Institut für vergleichende Städtegeschichte der WWU. Der hatte interessante Äußerungen gesammelt. So klagte Peter Florens Weddigen im 18. Jahrhundert: „Ungerechter ist kein Land der Welt, wäre es auch Böotien selbst, weder in Prosa noch Versen, behandelt worden, als unser Westphalen.“  Da mag er Voltaire vor Augen gehabt haben, der „das weite, trostlose, unfruchtbare und schauerliche Westfalen“ durchquerte: „In großen Hütten, die man Häuser nennt, legt eine Art von Tieren, die man Menschen nennt, in den herzlichsten beieinander mit anderen Haustieren.“ Ärger urteilt Justus Lipsius im 16. Jahrhundert: „Alle sind sie hier Ferkel, Säue, Schweine.“  Und Weddigen schreibt über „die vornehmen Klaßen dieses Volks“, bei ihnen herrsche „ein unerträglicher Bauernstolz“ sowie „Hartnäckiger Starrsinn hält mit ihrer Torheit gleichen Schritt und wird die Mutter unzähliger Prozesse.“