Duo von Harfe und Klarinette begeistert beim XI. Preisträger-Konzert in Haus Siekmann

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Sendenhorst-Albersloh. Eine seltene Kombination hatte sich der für ein abwechslungsreiches Programm bekannte Förderverein Haus Siekmann am Sonntag zum Konzert ins Haus geholt: Ein Duo von Harfe und Klarinette ist in Deutschland womöglich einzigartig und erst in den Niederlanden wieder zu finden und somit eine „spannende“ Kombination, wie der Fördervereinsvorsitzende Jürgen Krass, meinte. Das Publikum goutierte das Angebot und das elfte Preisträger-Konzert mit der Harfenistin Simone Seiler und dem Klarinettisten John Corbett war sehr gut besucht.

Spannend und virtuos

Weil es so viel originär für diese Paarung geschriebene Literatur nicht gibt, waren Arrangements zu erwarten und weniger bekannte Werke. Und schon Backofens eröffnendes „Duo concertante in F-Dur“ machte klar: Diese zwei sind nicht nur virtuos, sondern auch bestens aufeinander eingestellt.
Schon bei diesem eher klassischen Werk entfuhr dem ein oder anderen Hörer ein erfreuter Kommentar, was sich bei Debussys originellen Wendungen in „En Bateau“, „Clair de Lune“ und dem „Petite Pièce“ fortsetzte. Ein eher unbekanntes Stück hatten die beiden bei Beethoven gefunden. Paul Harveys drei Etüden über Themen von Gershwin boten dann den Musikfreunden Gelegenheit, im Klarinetten-Solo der Verarbeitung dreier bekannter Melodien nachzuspüren: „I Got Rhythm“, „Summertime“ und „It Ain't Necessarily So“.
Ganz auf die Doppelpedalharfe konzentrieren konnten sich die Hörer dann bei Salzedos „Variationen über ein Thema im alten Stil“. Und noch ein weniger Bekannter bezauberte: Bochsas Notturno op. 50 Nr. 2 bot Seiler Gelegenheit, in Solo-Sentenzen Flageolett-Klänge zu zaubern.
Ebenso reich an Klängen und Dynamik, ebenso klar und sauber spielten Seiler und Corbett Paul Reades „Suite from the Victorian Kitchen Garden“.
Beide Instrumente boten auch etwas für die Augen. Edles Schwarz mit metallischen Glanz der Klappen bei der Klarinette, eine Entwicklung des 18. Jahrhunderts, warme, helle Farben und feine Verzierungen bei der Harfe, deren Tradition 3000 Jahre zurückreicht. Die etwa 1,90 Meter hohe, mit 46 Saiten bespannte Harfe von Seiler ist 60 Jahre alt und wurde in Starnberg gebaut.
Das Duo gehört zum Philharmonischen Orchester Hagen; Corbett ist dort Solo-Klarinettist. Corbett ist in verschiedenen Ensembles tätig. Seiler studiert noch Konzertexamen in Brüssel. Sie treten regelmäßig im ganzen Bundesgebiet gemeinsam auf und wollen 2009 seine erste CD herausbringen.

Das nächste Konzert führt am 28.12. einen Jazz-Musiker der Weltklasse, Vadim Neselovsky, und das Karin Hatzel-Quartett nach Sendenhorst.

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