„Dort wohnt der Drache“: Vom Bau eines chinesischen Gartens in Berlin Managerin berichtet vom Kultur-Projekt Garten des wiedergewonnenen Mondes

Münster. Bauen als kulturelles Ereignis, als Aufeinandertreffen und Verbinden chinesischer und deutscher Bau-Tradition – das schilderte die Diplom-Ingenieurin Beate Reuber, Senior Parkmanagerin Gärten der Welt Berlin am Donnerstag bei der Freien Gartenakademie 2016.

Noch zu Zeiten der DDR hatte Peking Ost-Berlin ein Geschenk gemacht: einen chinesischen Garten zu planen. 1997, die Städtepartnerschaft war auf ganz Berlin erweitert,  startete der Bau, es kamen die ersten 17 Handwerker und 20  See-Container mit Marmor, Felsen und vorgefertigten Gebäudeteilen. Insgesamt 60 Handwerker kamen, 100 See-Container. Der Bau-Prozess am ehemaligen Plattenbau-Standort in Marzahn-Hellersdorf geriet zum Publikums-Magneten. Dort ließ sich ein 100 Meter hoher „Berg“ in das Konzept einbeziehen – „dort wohnt der Drache“, ein Aspekt von vielen der traditionellen chinesischen Planungs-Prinzipien. Der Name „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ ist nicht nur poetisch, der volle Mond spielt auf die Wiedervereinigung an.
Mit Unterbrechungen wurde bis zur Fertigstellung im Jahr 2000 gebaut, auch, weil zwischendurch neues Geld gesammelt werden musste. Hürden gab es: Warum legen die Chinesen schönen Naturstein in eine Fläche, die doch mit Beton ausgegossen wird! Ein Dolmetscher klärt: Beton ist dort viel teurer als der Stein, am Bauort Berlin ist es umgekehrt. Keine Tradition haben bei den Chinesen Schuhe mit Stahlkappen oder Helme – sie tragen „Ballerinas“, erzählt Reuber.
Bevor seit Jahrtausenden bewährte Statik in Konflikt mit deutschen Bauvorschriften gerät, gelingt es, einen Baugenehmigungs-Verzicht zu erwirken – der sonst unvermeidbare Gesichtsverlust ist vermieden.
Reuber lernte Baumschul-Gärtnerin und studierte Landschaftsarchitektur; sie arbeitet seit 25 Jahren beim Berliner landeseigenen Betrieb GrünBerlin. Der Garten ist der größte chinesische Garten in Deutschland; er umfasst 2,5 Hektar und ist Teil der „Gärten der Welt“: Dazu gehört u.a. ein koreanischer, ein orientalischer und ein balinesischer Garten. 2017 sind sie Teil der Internationalen Gartenausstellung in Berlin.

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