Diskussion zum Wirken von Demetrius Gallitzin in Nordamerika

Diskussion zum Wirken von Demetrius Gallitzin in Nordamerika 3
Gespräch über Demetrius Augustinus von Gallitzin.

Münster-Angelmodde. Was macht diesen Demetrius Gallitzin aus, den Sohn der Fürstin Gallitzin, der 1792 bis 1840 in Nordamerika lebte und als katholischer Priester missionarisch wirkte? Im Gallitzin-Haus ging es am Donnerstag zudem um die Frage, ob der Mann aus Angelmodde wohl selig gesprochen würde.

31 Gäste interessierten sich für das Thema, das in Angelmodde durch die Biographie von Elisabeth und Wolf Lammers das Augenmerk auf das Bildungsdenken von Bernhard Overberg und Franz Fürstenberg lenkte, auch auf die, so Wolf Lammers, „überspannte“ Mutter, nicht zuletzt auf sein Wirken im wilden Pennsylvania.

Diskussion zum Wirken von Demetrius Gallitzin in Nordamerika

Den Anfang machte der Student Andreas Oberdorf. Angestellt bei der “Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte” der Universität Münster promoviert er über Gallitzin aus dem Blickwinkel der Erziehungswissenschaft. So geht es ihm um die  Spannung  von katholischer Aufklärung und Religion.

Gespräch über Demetrius Augustinus von Gallitzin
Gespräch über Demetrius Augustinus von Gallitzin

Dann verschiebt sich der rote Faden hin zum Seligsprechung, zu Fragen nach nachweisbaren Wundern, Heldentum, Vorbildhaftigkeit. Auch darauf schaut die vatikanische Kommission, bevor der Papst entscheidet.
Welche spezielle Tugend Demetrius denn gehabt habe?, so eine Frage. „Armut“, wirft Pfarrer Klaus Wirth ein: „der hohe Prinz gibt sein Vermögen hin.“
Eine Frau hebt das Durchhaltevermögen hervor: „Unter widrigen Umständen in einer fremden Umgebung“.
Mit der Wahl des katholischen Glaubens und Priestertums gab der Spross russischen Hochadels sein Erbe auf. Bischof zu werden lehnte er ab, wollte bei seiner Gemeinde bleiben.

„Jemand, den man sich zum Vorbild nehmen kann“

Demetrius sei jemand, „den man sich zum Vorbild nehmen kann“, sagt Wolf Lammers. Ob er nun seliggesprochen werde , habe eine geringe Bedeutung. Wirth sagte, Gallitzin habe „nichts anderes getan als das, was ein guter Priester tun soll“. Im Prozess der Seligsprechung spielten Fürsprecher eine große Rolle, das zeige der Fall der Schwester Euthymia. „Letztlich“, so Dr. Ulrich Töns, „ist es der Wille der Menschen gewesen.“ In Münster allerdings, ist Demetrius Gallitzin ein weithin Unbekannter. Der Anstoß kam aus seiner Wirkungsstätte, den USA. Zum „Diener Gottes“ (servus dei) ernannt hat eine vatikanische Kongregation den in Angelmodde Erzogenen schon 2005.

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