Diskussion mit Landtagskandidaten aus Münster Zeit für Bürgerfragen

Diskussion mit Landtagskandidaten aus Münster Zeit für Bürgerfragen
Die sieben teilnehmenden Landtags-Kandidate in der Agora des Bürgerhauses in Kinderhaus.

Zuletzt aktualisiert 19. September 2017 (zuerst 20. März 2017).

Münster. Die Initiative „Mach mit, Münster!“ hatte die Bürger eingeladen, sich am Montag im Bürgerhaus Kinderhaus selbst ein Bild zu machen von den Landtags-Kandidaten für Münsters Norden – gut 60 kamen in die große Agora.
Acht Kandidaten wollen rein in den Landtag, sieben sitzen auf der Bühne: Daniel Düngel, Piraten, Benjamin Körner, DIE LINKE, Thomas Marquardt, SPD, Josefine Paul, Bündnis 90/Die Grünen, Franz Pohlmann ÖDP, Simone Wendland, CDU, und Sandra Wübken, FDP.
Nicht auf der Bühne ist der Kandidat Holger Lucius, AfD. Der kommt mit seinem Kreisvorsitzenden Helmut Birke zum Moderator, Marc Weßeling: Die AfD hatte sich nicht angemeldet. Ob Lucius noch teilnehmen könne, fragt Birke: Da ist es vier Minuten vor dem Start; der Moderator lehnt ab: Es sei alles vorbereitet. Die Einladung war am 8.12. versandt worden, so Weßeling gegenüber den WN.

Erste Runde: Knapp dürfen sich die Sieben vorstellen. Körner sieht das Übel in Wirtschaftsordnung und Profit; von „gerechter Verteilung“ sprächen auch andere Parteien, auf die „ist aber kein Verlass“. „Bezahlbarer Wohnraum“ durch Genossenschaften und Wohnprojekte ist sein Ansatz. Wübken plädiert für mehr Freiheit bei verkaufsoffenen Sonntagen. Das Thema hat sie allein.
Fast auf einem Nenner sind die sieben bei der Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) – alle sind dafür bis auf Wübke, die wegen der Kosten „ein bisschen zweifelt“. Paul will dazu Velo-Routen, Körner neben mehr ÖPNV auch mehr Transport auf der Schiene. Polizei und Video-Überwachung? Körner ist skeptisch: Das Abrutschen in Kriminalität vermeide man, in dem man Zukunftsängste beseitige. Alle anderen sind für mehr Polizei. „Polizei muss auf die Straße“, so Düngel, Video sei sinnlos. Wendland will sie nur gezielt („Kameras fangen keine Verbrecher“); der Polizei erleichtere man die Arbeit, wenn man „Durchschlagpapier“ durch Digitales ersetze und „Gesetze anwendet“. Pohlmann setzt auch auf Zivilcourage und aufmerksame Nachbarn.
Zweite Runde: Alle Teilnehmer hatten ein „Profil“ eingeschickt; nun bohrt Weßeling nach bei ihren Schwerpunkten. Dritte: Eine der vorab von Bürgern eingereichten Fragen gilt dem Erhalt der Realschule: breit ist das Positions-Spektrum der Parteien in der Schulpolitik, auch zu G8 und G9. Ein Gast weist hin auf zu entschlackende Lehrpläne.

Als die vierte Runde den Bürgern direktes Fragen erlaubt, ist der AfD-Kandidat mit einer Finanzierbarkeits-Frage dabei. Weitere Fragen von Amtsinhabern, nicht nur der AfD, unterbindet der Moderator – diese Runde sei für die Bürger da.

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Landtags-Kandidaten für Münster-Nord im Bürgerhaus Kinderhaus. Foto: A. Hasenkamp.

Solche Runden vor Wahlen habe „Mach mit, Münster!“ schon früher veranstaltet, zum ersten Mal hier – es sei ein Experiment, so Weßeling. Es seien mehr junge Leute als sonst dagewesen, eine Reihe Schüler anscheinend. Man habe die Frage-Vordrucke auch an Schulen verteilt; der Rücklauf sei gut gewesen. Eine solche Veranstaltung vor der Bundestags-Wahl? Nach „vielen Bitten“ am Montagabend entschlossen sich Heiko Philippski und Weßeling dazu. Der Termin ist noch offen.

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