Die Euro-WG: Europäische Probleme als Theater-Stück Aufführung im Schiller-Gymnasium

Die Euro-WG: Europäische Probleme als Theater-Stück Aufführung im Schiller-Gymnasium
Szene aus "Euro-WG" von 2013 im Schiller-Gymnasium. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 27. Oktober 2016 (zuerst 24. November 2013).

Münster.  Europäische Probleme als Theater-Stück, mit Beteiligung des Publikums und einer Experten-Befragung mitten im Stück: Ein solches Herangehen an das Thema Europa, auch über Gefühle und ganz lebensnah, das hat es bislang wohl selten gegeben. Vier Schauspieler führten nun das Stück „Die Euro-WG – wo Geld ist, ist es schön“ in der Aula des Schiller-Gymnasiums auf, vor Schülern der Jahrgangsstufe 11. Witzig, schräg, packend – diese Einschätzung durch Regisseur und Autor Thomas Nufer und Dirk Schubert, den Projektentwickler und -leiter, trifft zu. Erhellend ist das Stück noch dazu. Gedacht ist es besonders für Jugendliche und junge Erwachsene aller Schulformen ab 16 Jahren.

Jeder der vier professionellen Schauspieler (Corinna Bilke, Ludger Wördehoff, Janine Quandt und Claus Becker) steht für ein Land, dessen Probleme und Einstellungen der Darsteller mit sich schleppt. Die zwei „Klammen“ kommen aus dem Süden. Die Griechin, die zwar von Bewerbungsabsagen frustriert, aber dennoch lebenslustig-frivol bis zum Pole-Dance ist. Und der Italiener, der gern kocht und viel Design im Sinn hat. Ihnen steht die Finnin gegenüber, wohlsituiert und selbstbewusst mit ausreichend Cash. Leicht kommen sie alle in der WG des Deutschen namens Paul unter, der die Euro-WG für seine Master-Arbeit nutzt.

Doch schnell gibt es Ärger. Wegen Ausstiegs-Drohungen, Liebeleien, dem Kochen. Auch das Nachdenken über Zahlungspflichten und das Einstehen füreinander ist schwierig. Schließlich folgt sogar ein Kampf – mit schneller Reue.

Und dann sorgt die Rückkehr der ausgestiegenen Griechin für einen Zustrom von Euros – dank griechischem Sinn für Geschäft und Gemeinschaft. Paul zeigt Euro-Wurf-Laune, die Griechin protestiert: „Wir wollen doch sparen!“ Dazwischen interviewt Paul den Experten Wolfram Pott von der Europa-Union. Und die Schüler, die er fragt, welchen WG-Bewerber sie denn nicht genommen hätten.

25 Aufführungen des Theaterprojektes der überparteilichen Europa-Union für 2200 Schüler in Westfalen und dem Rheinland sind bereits finanziert, dank Unterstützung von Sponsoren. Die Meinung der Schüler wird später wissenschaftlich ausgewertet, das Projekt in einem Leitfaden für den Unterricht aufgearbeitet.

Titel-Foto: Szene aus „Die Euro-WG“ im Schiller-Gymnasium, 2013. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Foto-Strecke: Die Euro-WG: Auführung im Schiller-Gymnasium 2013

 

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