Dialog zur Kunst bei Skulptur im Park

Münster-Hiltrup. Mit Kunstinteressierten im Dialog – diese Gelegenheit nutzten am Mittwochabend im Skulpturenpark vor dem Mutterhaus der Missionsschwestern am Herz-Jesu-Krankenhaus an der Westfalenstraße in Hiltrup die Künstler Paul Bönninghausen, Heike Eckermann, Rolf Stahr, Mechthild Born und Ilse Wittkampf. [jetzt Foto-Strecke zur Skulpturen-Ausstellung] 

Umgekehrt nutzten Besucher die von der Hiltruper „Kulturbühne“ geschaffene Gelegenheit, mit den Künstlern zu sprechen. Ein Schwarm steht um Mechtild Born und ihre „Eule“. „Ich könnte einen ganzen Zoo bestücken“, antwortet sie auf die Frage nach der Anzahl ihrer Werke. Aber nicht von jedem Modell gebe es eine Bronze, das sei zu aufwändig. Beim Guss gehe auch mal etwas schief. Ihr derzeitiger Gießer arbeite sehr genau – er wisse auch, dass er das Werkstück sonst zwei Tage später wieder da stehen habe. Aber bei einem anderen habe eine ganze Ladung Eisvögel mal Adlernasen bekommen. Dann erläutert sie die Kennzeichnung einer Skulptur und wie Sammler sie einstufen.

Vom Wind bewegte Stahlkonstruktionen

Ein gutes halbes Dutzend schart sich um die drei nur vom Wind bewegten Stahlkonstruktionen von Rolf Stahr, der sie hier an einem sehr geeigneten Platz sieht. Seit 24 Jahren ist er mit seinem Atelier am Rüschhausweg freischaffender Künstler, seit 17 Jahren befasst er sich mit der Darstellung von Energie und Bewegung. Die sei bei diesem Objekt auch bei starkem Wind immer gemäßigt – das System von Druck und Gegengewicht regle sich selbst. „Meine Objekte haben in der Regel keine Aussage.“ Er freute sich über viele Fragen zur Ideenfindung und Umsetzung. Und über die Assoziationen der Besucher.
Das Umfeld ist denkbar günstig, meint auch die Künstlerin Heike Eckermann, die ihren markanten „Kopf“ zeigt. Spitz läuft der „Kopf“ zu, wie zu einer Abwehr, meint sie. Die Schärfe schaffe Spannung, es sei langweilig, wenn alles „rund“ sei. „Das Auge muss für mich einmal stolpern.“ Sie hat auch das Drumherum im Auge: „Es ist sehr schön hier“, sagt sie. Einige Schwestern hätten gesagt, die Ausstellung habe ihren Blick auf den Park verändert. „Den Baum habe ich noch  nie so wahrgenommen“, zitiert sie, und: „Wie wunderschön die ganze Anlage ist“.

Künstler empfehlen Künstler

Vielleicht liegt es auch daran, dass mehrere Künstler gern auf die Werke anderer hinweisen oder sie erläutern, wie Bönninghausen den Stein mit dem „Gauneralphabet“ von Wennemer. Es mache Spaß mit den Schwestern, die sehr hilfsbereit seien, so Eckermann. Dass etwa der Sockel des Kopfes installiert werden konnte, hätten sie organisiert. Unabhängig davon ergänzt später Dr. Horst Born von der Kulturbühne: „Die stehen da voll dahinter“, man bekomme eine „sagenhafte Unterstützung“. Eckermann weiß zu schätzen, dass die Künstler sich den Ort für ihr Exponat selbst aussuchen konnten. Gelungen findet sie auch das ästhetische Ensemble, das ihr Exponat mit dreien aus dem Hause Schnake bildet. Der Grad der Abstraktion schaffe eine gewisse Gemeinsamkeit. Auch sie wurde gefragt, wie sie auf ihre Ideen komme. Und: „Wie macht man den das?“
Bei der nächsten Mittwochsaktion widmet sich der Vorleseclub Hiltrup dem Verhältnis von Skulptur und Literatur. Am 31. August lädt die Kulturbühne zu dem spätabendlichen Treff im Park ein – dann werden bei Beginn der Dämmerung alle Exponate in Licht und Musik in Szene gesetzt.

Siehe Bericht und Fotostrecke im Beitrag zur Finissage von Skulptur im Park in Hiltrup

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