Der Verkehr muss raus, die Kultur gefördert sein

Münster-Wolbeck. Hätte er gewusst, dass man in Wolbeck von Ziegen gezogen wird, er hätte seine Söhne mitgebracht, meinte Landesverkehrsminister Oliver Wittke zu Heinz Mittmann, dem Chef des Ziegen-Gespanns im münsterischen Stadtteil Wolbeck.

Ortsumgehung und Ausbau des Westpreußischen Landesmuseums beherrschten den Besuch von Landesverkehrsminister Wittke

Gezogen von dessen Dreispänner zog Minister Wittke einige hundert Meter durch Wolbeck, gefolgt von Politik und Bürgern, Medien-Vertretern aus Tagespresse und Fernsehen und Graf Merveldt zu Fahrrad. Hans-Dieter Horsch trug auf einem Schild das Motto: „Der Verkehr muss raus“.

Dass es dort im Herzen des Wigbold ruhig war, dass alle den zügigen Ziegen entspannt über die Straße folgen konnten, lag allein an der Sperrung der Straße. Am Start, dem Ehrenmal unweit des Altenheims und des katholischen Kindergartens, war die Dichte des Auto-Verkehrs schon greifbar geworden. Am Steintor vor dem Drostenhof musste die Polizei mit sanftem Druck Medien und Politik von der Straße Richtung Drostenhof komplimentieren.

Wittke wusste schon aus eigener Anschauung um die Probleme, er war schon am Samstag „einige Male durch Wolbeck gefahren“. „Einmal gesehen ist besser als fünfmal gelesen“, sagte der studierte Geograph. Die Bürgersteige seien für Rollatoren und Kinderwagen zu schmal. Die Verkehrsprobleme und den Schutz von „Leben und Gesundheit“ sprachen Heinrich Hoffschulte und die Vorsitzende des Förderkreises des Achatius-Hauses an.

Wittke machte keinen Hehl daraus, dass ihm neben Natur- und Landschaftsschutz auch der Schutz der Menschen wichtig sei. Und sogar „einen Tacken wichtiger“.

Gleichwohl: Wittke sprach wie verabredet mit der Bürgerinitiative gegen die Ortsumgehung. Die Initiative hatte zwischen 80 und 90 Aktive vor dem Drostenhof versammeln können. Und auch Anna-Maria Ittermann konnte als Unorganisierte bei der allgemeinen Aussprache im Rittersaal des Drostenhofs ihre Vorstellung von einer internen Umgehung vorstellen. Was Professor Hein Hoebink allerdings kommentiert: „90 Prozent der Wolbecker sind anderer Meinung.“ Wittke hatte schnell die Prognose zur Hand, derzufolge die Hauptbelastung nicht aus dem Quellverkehr kommt. Und dieser Hauptfaktor Durchgangs-Faktor werde noch an Gewicht zunehmen, so sei der Trend.

Westpreußisches Landesmuseum hofft

Den Drostenhof und das Westpreußische Landesmuseum ließ sich Wittke von Museumsdirektor Dr. Lothar Hyss zeigen und wie viel bürgerschaftliches Engagement und Leben im „Museum“ stecken verdeutlichte Dr. Reinhard Sappok für den Förderkreis Drostenhof.

Das erwünschte Geld vom Land allerdings hatte Wittke nicht in der Tasche; er werde allerdings das ihm Mögliche tun, sagte der oberste Denkmalschützer des Landes. Er konnte auch sonst kein Füllhorn ausschütten. Er komme gern zum Spatenstich der Ortsumgehung, ob das aber schon 2007 sei, darauf mochte er sich nicht festlegen. Vom Landesbetrieb Straßenbau NRW sind die Signale, so hieß es, jedoch positiv. Verzögerungen durch Klagen erwartet man dort anscheinend nicht.

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