Der Siebenjährige Krieg und seine Folgen in Münster

Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) war Münster wiederholt Kriegsschauplatz. Denn es unterstützte Maria Theresia, der Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen. Infolgedessen wurde die Stadt von den Kriegsparteien Preußen und Hannover sowie deren Gegnern Österreich und Frankreich mehrfach belagert und auch erobert.

Den größten Schaden erlitt Münster dabei während der Belagerung durch die Hannoveraner im Jahr 1759, als durch schweres Bombardement am 3. September das „Martiniviertel“ vollständig zerstört wurde. Angesichts der schweren Zerstörungen während des Krieges ordnete Franz Freiherr von Fürstenberg, Minister für das Fürstbistum Münster unter Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, nach dem Ende des Krieges im Jahr 1764 das Schleifen (Abriss) der Befestigungsanlagen an. Münster sollte somit eine offene Stadt sein und damit weiteren Zerstörungen und Verwüstungen entgehen.

Bau eines fürstbischöflichen Residenzschlosses

Auf Wunsch der Münsteraner Bevölkerung genehmigte der Fürstbischof im Jahre 1767 den Bau eines fürstbischöflichen Residenzschlosses am Ort der abgetragenen Zitadelle. Die Bauarbeiten zogen sich bis ins Jahr 1787 hin. Erbaut wurde es – bis zu seinem Tod im Jahre 1773 – durch Johann Conrad Schlaun und nachfolgend durch Wilhelm Ferdinand Lipper, der die Arbeiten zu Ende führte. Schlaun war es auch, der die ehemaligen Befestigungen der Stadt nach deren Schleifung im Jahre 1770 in die "Promenade" umwandelte. Ebenfalls in fürstbischöflicher Verantwortung wurde 1773 die Entscheidung gefällt, eine Landesuniversität zu schaffen. Sie nahm ihren Lehrbetrieb mit der Gründung am 16. April 1780 auf. Aus ihr entstand später die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU). Maßgeblichen Anteil daran hatte Franz Freiherr von Fürstenberg, der Generalvikar und ständige Vertreter des Erzbischofs von Köln und Bischofs von Münster, Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels. Weiterhin war er wesentlich an der Entwicklung des Steuersystems sowie des Rechts- und Gesundheitswesens beteiligt.

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Komödienhaus und Lortzing

Von Wilhelm Ferdinand Lipper stammte auch das "Komödienhaus", Münsters erstes Theater. Eröffnet wurde es 1775 am Roggenmarkt, finanziert von der münsterschen Bürgerschaft. Ein bekannter Künstler war Albert Lortzing, der hier in den 30er Jahren des 19. Jahrhundert auftreten sollte und nach dem der spätere Theaterneubau benannt wurde. Nach dem Abriss 1890 und der Zerstörung der Inneneinrichtung des Schlosses im Zweiten Weltkrieg existieren von Lipper in Münster nur noch die beiden sogenannten „Torhäuschen“ im frühklassizistischen Stil am „Neutor“ am nördlichen Ende des Hindenburgplatzes.

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