Defizite beim Beginnen mit der Herzdruck-Massage

Ersthelfer mit Defibrillator.

Münster-Wolbeck. Es tut sich was bei der Ersten Hilfe in Wolbeck, auch bei Defibrillatoren.

Herzstillstand? Herzdruck-Massage als richtige Maßnahme

Was tun, wenn ein Mensch in Wolbeck einen Herzstillstand und womöglich Kammerflimmern hat? Herz-Druckmassage bis zum Eintreffen der professionellen Helfer ist das Wichtigste. Knapp zweimal pro Sekunde in der Mitte des Brustkorbs drücken, nicht aufhören, bis professionelle Hilfe eintrifft, sagt der Notarzt Dr. Peter Brinkrolf. Das kann jeder leisten. Wer nicht allein in der Notsituation ist, schickt einen anderen zum Telefon: 112.

Ergänzend helfen moderne Defibrillatoren. Sie sind leicht zu transportieren und auch von Laien zu bedienen, helfen sogar mit Information bei der Herzdruck-Massage. Aber wo ist einer, der rechtzeitig erreichbar ist?
Bei einem Herzversagen beginnen nach fünf Minuten die ersten unheilbaren Hirnschäden. Zum schadensfreien Überleben bleiben nur drei bis fünf Minuten.
Daher hat die Herzdruck-Massage absolute Priorität, sagt Brinkrolf. Der Anästhesist am Universitätsklinikum Münster befasst sich wissenschaftlich mit der Wiederbelebung. Für ihn liegt in Deutschland das Defizit nicht bei den Defibrillatoren. Viel seltener als in anderen Ländern greifen Ersthelfer zur Herz-Druckmassage, wenn sie nötig ist. In Deutschland liegt die Quote bei 30 Prozent – in Norwegen und Schweden bei 70 Prozent.

„Alles ist besser, als nicht mit der Herzdruck-Massage zu beginnen.“ Dr. Peter Brinkrolf

Defibrillatoren in Wolbeck – und Ersthelfer

In Wolbeck gibt es mehrere Defibrillatoren. Im Achatius-Haus an der Münsterstraße gibt es einen seit Mai 2006, im „Haus des Sports“ auf dem Geländer der Bezirkssportanlage am Brandhoveweg steht ein Defibrillator für die Herzsport-Gruppe bereit. Auch die Leitung der Abteilung Kraft & Ausdauer des TV Wolbeck hat darauf Zugriff. Der ist aber nicht durchgehend gegeben.

Unternehmen in Wolbeck-Nord bietet Defibrillator und Ersthelfer
Neu ist ein Gerät im Norden Wolbecks, es hängt in der Werkstatt der Firma Hubert Plenter im Gewerbegebiet Wolbeck-Nord. Dort gibt es 15 frisch ausgebildete Ersthelfer. Die Geschäftsführer Gerald und Dietmar Plenter haben ihre Mitarbeiter zwei Tage lang über das DRK schulen lassen. Und sich selbst.
„Wer kommt, hat das Ding sofort“, sagt Gerald Plenter. Und ein Helfer geht auch mit.
Nicht einsatzfähig ist derzeit der vom Apotheker Markus Kleffner auf eigene Kosten für seine Nikolaus-Apotheke angeschaffte Defibrillator.

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