Das Zentrum stärken: BfA gegen Pläne des Bürgermeisters von Sendenhorst

Zuletzt aktualisiert 25. Februar 2016 (zuerst 2. Dezember 2009).

Albersloh. „Es ist nicht zu glauben“, Andrea Lütteke-Dalinghaus, Ratsfrau der „BürgerInnen für Aktive Kommunalpolitik“  (B.f.A.), konnte es in der Fraktionssitzung der Wählergemeinschaft am vergangenen Montag nicht fassen: Obwohl sich mittlerweile die B.f.A., die SPD, die FDP und die Albersloher CDU gegen einen Supermarkt auf dem Kohkamp ausgesprochen haben, legt die Verwaltung jetzt mit Genehmigung von Bürgermeister Berthold Streffing einen Beschlussvorschlag vor, nachdem der „Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt“ der Bewertung der Potenzialfläche zur Einzelhandelsentwicklung auf dem Kohkamp zustimmen soll.
In der Erläuterung der Verwaltungsvorlage heißt es: „Wesentliches Argument für die höhere Eignung der Fläche Kohkamp ist die Realisierbarkeit dieses Standortes.“ Da sich die Erschließung des Kohkamps aber als sehr „kostenintensiv“ entpuppt habe, sei eine tragfähige wirtschaftliche Entwicklung des Standortes „nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten“ möglich.

Supermarkt auf dem Kohkamp?

Hinzukomme, dass die Wohnbaulandentwicklung am Kohkamp (wegen der stagnierenden bzw. sinkenden Bevölkerungszahl) bestenfalls „mittel- oder langfristig“ in Angriff genommen werden könnte. Darum sei auch „eine finanzielle Beteiligung der Stadt Sendenhorst im Sinne einer Wirtschaftsförderung erforderlich, um die für Albersloh notwendige Grundversorgung mit Lebensmitteln auf Dauer sicherstellen zu können“.
„Die haben doch wohl den Schuss nicht gehört“, erboste sich der B.f.A.-Vorsitzende Volker Dörken, „gerade haben alle Parteien die Erweiterung des Schleckermarktes in Sendenhorst am Stadtrand abgelehnt, um den Einzelhandel in der Innenstadt zu retten, da legt die Verwaltung für Albersloh diesen Beschlussvorschlag für den Kohkamp auf den Tisch.“ Und das auch noch mit der Begründung, ein zeitgemäßer Markt auf dem Kohkamp habe „einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Attraktivität von Albersloh“.
„Wer die Attraktivität von Albersloh erhalten oder sogar noch stärken will“, so der B.f.A.-Fraktions-Vorsitzende Hans-Ulrich Menke, „muss das Leben im Zentrum rund um die Kirche erhalten.“ Wie die B.f.A. schon mehrfach dargestellt habe, gebe es genügend Einzelhandelsgeschäfte in Albersloh, die die Bürgerinnen und Bürger zur vollsten Zufriedenheit versorgen. In diesem Zusammenhang begrüße es die B.f.A., dass sich auch Henning Rehbaum von der CDU gegen einen Supermarkt auf dem Kohkamp ausgesprochen habe, da er den Bestand der Geschäfte in der Dorfmitte gefährde.
„Darum ist es wichtig“, so B.f.A.-Ratsherr Michael Thale, „den vorhandenen Lebensmittelmarkt ‚nah & gut’ zu unterstützen.“ „nah & gut“ habe einen Antrag gestellt, seine Verkaufsfläche von jetzt 600 Quadratmetern auf 824,28 zu erhöhen. Die Zahl der Stellplätze soll von 18 auf 28 erweitert werden. Die B.f.A. werde alles tun, damit dieses Vorhaben realisiert werden könne.
Die B.f.A. wehrt sich damit gegen den Einwand der Stadt, laut Einzelhandelsgutachten benötige Albersloh in der Warengruppe Nahrungs- und Genussmittel eine zusätzliche Verkaufsfläche von 820 qm sowie für Blumen, Körperpflege und Zeitschriften weitere 350 qm. „Das ist doch alles reine Statistik“, meint dazu B.f.A.-Mitglied Martina Rust, „nach der Erstellung des Einzelhandelsgutachten hat sich der Blumenladen erweitert, bei Poker und auch bei ‚nah & gut’ werden Blumen verkauft. Im Lädchen und bei Edeka gibt es Zeitungen und Zeitschriften.“ Andrea Lütteke-Dalinghaus: „Der Grundbedarf in Albersloh ist gedeckt. Zur Sicherstellung der Grundversorgung von Albersloh, brauchen wir sicher nicht –  so wie die Verwaltung es will – einen zweiten Supermarkt auf dem Kohkamp.“

Hans-Ulrich Menke
B.f.A.-Fraktionsvorsitzender

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