Corona-Krise in Wolbeck

Eindrücke vom Donnerstag, 16.04.2020

Münster-Wolbeck. Gleich vor dem Eingang zum Edeka-Markt steht ein Grüppchen Jugendlicher, das von Abstandsregeln noch nichts gehört zu haben scheint – kein Einzelfall in den letzten Tagen. Ansonsten zeigen die Menschen Problembewusstsein, durch eingehaltene Abstände, durch Ausweich-Bewegungen. Vereinzelt sieht man Handschuhe und Gesichtsmasken. Einmal bei einem Radfahrer auf der Straße. Eine Frau weiß: Es gibt mehrere Corona-Fälle in Wolbeck, eine bei einer Frau direkt aus der Mitte des Ortskerns.

Vor der Eisdiele gibt es keine Schlangen, sondern wachsende, die sich vor dem Genuss ihres Speiseeises geduldig an die Wartepunkte stellen. Und die Bänke auf dem Marktplatz erlauben es mehreren Paaren, das Eis im Sitzen und doch mit mehr als ausreichendem Abstand zu den anderen Menschen zu genießen.
Da und dort fährt ein erwachsener Radfahrer über den Bürgersteig – aber das hat mit Corona nichts zu tun. Wobei ein Unfall mit einem solchen „Verirrten“ natürlich doch ein Covid-19-Problem aufwirft.

Im Schaufenster des Kreativzentrums _.punk an der Münsterstraße weisen zwei schön gestaltete Blätter darauf hin, dass es eine Näh-Anleitung für Masken gibt und einen Einkaufs-Service.

Während Gottesdienste derzeit nicht mit Präsenz von Gläubigen stattfinden, sind viele Kirchen geöffnet, so auch die Kirche Sankt Nikolaus in Wolbeck. Kinder können hier Zettel mitnehmen, die nicht nur eine Geschichte bieten, sondern auf ihrer Rückseite auch den Umriss eines Schmetterlings. Den könne man doch zu Hause ausmalen und als ein Zeichen für andere ins Fenster hängen.
Und ein Körbchen bietet Süßes zum Mitnehmen.
Musik umspielt die einzelnen Besucher an diesem Donnerstagnachmittag, mal Musik vom Band, mal Musik von der Orgel – und da geht es gar nicht traurig zu, sondern sehr beschwingt und kraftvoll. Ein letzter Sonnenstrahl fällt auf die Karte, die frohe Ostern wünscht. Von weißen Tücher umgehen hängt der Corpus Christi über einem Meer von Blumen und Texten aus der Bibel.

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Mehrfach gehen Menschen, auch jüngere, zum Bildnis der Gottesmutter Maria, werfen eine Spende in den Kasten oder zünden eine Kerze an. Eine junger Mann versinkt kniend im Gebet.
Fotos zu einigen dieser Eindrücke gibt es in den nächsten Tagen an dieser Stelle.