Corona halbiert 2020 die Übernachtungszahlen

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Geschäftstourismus in Münster stark getroffen

Münster (SMS) Mit fast 1,4 Millionen Übernachtungen konnte sich Münster über viele Jahre hinweg über eine gute Gästebilanz freuen. Nun hat die Corona-Pandemie in 2020 für einen massiven Einbruch gesorgt.

Im vergangenen Jahr haben laut den Angaben von IT NRW 327 557 Gäste in Münster in den Hotels eingecheckt und für 712 673 Übernachtungen gesorgt. Damit sind im Vergleich zu 2019 die Ankünfte (minus 52,3 Prozent) und die Übernachtungen (minus 48,6) um rund die Hälfte zurückgegangen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in ganz NRW. Im gesamten Bundesland sank die Zahl der Ankünfte um 54,9 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 46,5. Während ländliche Regionen geringere Verluste hinnehmen mussten, traf es im Besonderen die Städte, in denen der Tagungs- und Kongresstourismus eine große Rolle spielt.

Hauptgrund: Fehlender Geschäftstourismus

„Auch in Münster lag der Hauptgrund für den Rückgang der Übernachtungszahlen im fehlenden Geschäftstourismus“, so die Leiterin von Münster Marketing, Bernadette Spinnen. Laut Studie des Münchner DWIF Instituts sorgen in der Wissenschaftsstadt Kongresse, Tagungen, Fortbildungen und klassische Geschäftsreisen für rund 65 Prozent der Übernachtungen. „2020 wurden die meisten der großen Kongresse storniert oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben“, berichtet Bernadette Spinnen. Dazu gehörten zum Beispiel der Batterietag NRW, der Deutsche Fachpflegekongress, die Jahresversammlung des Deutschen Bühnenvereins oder die NRW Nano-Conference.

Wegfall großer Veranstaltungen trifft Hotels, Restaurants und Geschäfte

Auch der Wegfall großer Veranstaltungen, insbesondere der Weihnachtsmärkte, war deutlich spürbar.

„Damit fehlten nicht nur die Gäste in den Hotels, die Auswirkungen trafen den gesamten Standort: Es gab weniger Besucherinnen und Besucher in Restaurants und Geschäften, weniger Gruppen besuchten die Museen oder buchten Stadtführungen“, so Bernadette Spinnen. Gleiches gelte für den Tagestourismus, der in Münster eine große Rolle spiele und dessen Rückgang gerade im Einzelhandel und der Gastronomie besonders spürbar sei.

„Im fragilen Prozess des Neustarts müssen wir gemeinsam mit Partnern aus Verwaltung, Politik, Handel, Hotellerie, Gastronomie, Kultur, Wirtschaft und Tourismus alle Kräfte und Kompetenzen für einen starken und lebendigen Standort mobilisieren“, sagt die Leiterin des Stadtmarketings.

Zentrenmanagement für Innenstadt-Entwicklung Münsters

„Dazu gehört zum Beispiel das vom Land NRW geförderte neue Zentrenmanagement, mit dem wir agil Prozesse in der Innenstadtentwicklung steuern. „

Kampagne ‚Dein MünsterLand Moment‘ läuft weiter

„Um den Freizeittourismus weiter anzukurbeln setzen wir die Kampagne ‚Dein MünsterLand Moment‘ fort, die wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Münsterland e.V. und der Initiative Innenstadt (ISI) gestartet haben. Sie zeigt, was die Stadt und die Region an Naturschönheiten, kulturellen Highlights und besonderen Erlebnissen zu bieten haben und wie man Urlaub in der Stadt und auf dem Land bestens kombinieren kann“, sagt Bernadette Spinnen. „Dabei setzt die Kampagne auf aktuelle Reisetrends wie Regionalität und nachhaltige Aspekte. Im Tagungsbereich steht unser Kongressbüro im engen Austausch mit Veranstaltern, hilft bei der Verlegung von Kongressen und Tagungen und bei der Entwicklung von hybriden und virtuellen Formaten“.  

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