Chancen gefährdet – oder fahrlässig missverstanden?

Hat Bezirksvorsteher Markus Lewe durch eine Äußerung gegenüber den Westfälischen Nachrichten, die am 25. März 2006 in einen Artikel Eingang fand, die Wolbecker Chancen  beim Förderwettbewerb Stadtteilmarketing gefährdet? Die Ansichten gehen auseinander. Vielleicht ist es hilfreich, die fragliche Stelle im Zusammenhang zu lesen. Der vollständige Artikel ist auf Wunsch über Wolbeck-Muenster.de verfügbar.

"Auch Bezirksvorsteher Markus Lewe wird anwesend sein. Einen Tipp zum Ausgang des Rennens mag im Vorfeld niemand abgeben. Aber Lewe ist sich sicher, dass Wolbeck den größten Gewinn schon in der Tasche hat: „Es hat ein Paradigmenwechsel in den Köpfen stattgefunden. Die Wolbecker erfreuen sich an ihrem Stadtteil und richten den Blick weniger auf die Defizite als auf die Stärken ihres Stadtteils."

(Quelle: Tag der Entscheidung. Stadtteilmarketing-Wettbewerb: Vier Stadtteile präsentieren heute ihre Bewerbungen, WN vom 25.03.2006, "Münster Stadtteile")

Meine Ansicht:

Mit "Gewinn" kann nur das "Umdenken hin zu den Stärken" gemeint sein, also der "Paradigmenwechsel in den Köpfen". Wenigstens zwei Fakten sprechen dafür:

  • Mit dem "größten Gewinn" kann nicht der Ausgang des Wettbewerbs gemeint sein. Denn ausdrücklich heißt es: " Einen Tipp zum Ausgang des Rennens mag im Vorfeld niemand abgeben." Also kann auch das Folgende kein solcher Tipp sein. "Niemand" ist "niemand".
  • Der Doppelpunkt weist nicht nur in der deutschen Sprache darauf hin, dass nun eine Zusammenfassung folgt oder, wie hier, eine Erläuterung des Satzes vor dem Doppelpunkt. Also: Gewinn entspricht Umdenken.
  • Ein Drittes: Wäre das Geld aus dem Wettbewerb gemeint gewesen, wären andere Begriff genutzt worden. Nämlich die, die im Rest des Textes für dieses Geld benutzt wurden, also "Teilsumme" oder "Preisgeld".
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Über Andreas Hasenkamp

Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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