Carsten Höfer lässt mit dem „Tagesabschluss-Gefährten“ die Lach-Tränen laufen

Teilen heißt kümmern!

Sendenhorst. Die Welt der Beziehungen hat sich geändert, doch „Frauenversteher“ Carsten Höfer versteht auch sie und das Phänomen des Tagesabschluss-Gefährten. Das zeigte er am Samstagabend im vollen Haus Siekmann in Sendenhorst. Besser gesagt: Die Gäste zeigten es ihm: Ein Wink, ein Wort deutet das Thema Männerkleidung im Sommer an – schon lachen nicht nur einige Frauen.

Hier, wie öfters, vor allem die Frauen. Auch weibliche Eigenarten spießt Höfer auf, und trifft ins Schwarze. Da können alle Geschlechter mitlachen, die einen dezent, die anderen ekstatisch.Mitgehen kann „mann“ auch bei Kleider-Shopping eines Paares und der sich in ihm vollziehenden Infantilisierung des Mannes. Obwohl Höfer als Single hier inzwischen Raffinesse zeigt, und zwar bis zur Abstimmung der Muster von Kniestrumpf und Jackett. Tipps gibt es auch für die Single-Frau, der ein Mann ein „Ich melde mich dann mal“ verspricht.

Ein Kern, stete Quelle von Missverständnissen und Enttäuschung: Die Erwartungshaltung der Frau gegenüber einem Geburtstagsgeschenk. Welten liegen hier zwischen Mann und Frau, Höfer bringt sie, die Reaktionen des Publikums zeigen es, nicht nur komisch, sondern zielsicher auf die Bühne. Er braucht nur zu fragen, was Sie und was Er mit dem Wort „Spülung“ verbinden, schon wird einiges klar. Höfer, der einst Lehrer werden wollte, bringt eigentlich das auf die Bühne, was am Sexualkunde-Unterricht wichtiger ist als das Biologische.

Die Nöte des alleinerziehenden Vaters verbindet Höfer mit einer Erkundung der Single-Börsen im Internet und der merkwürdig-großzügigen Beziehung ihrer Bewohner zum Wahrheitsgehalt ihrer Selbstbeschreibung. „Casanova69“ ist als Nutzername belegt, alles andere Attraktive auch – schön, das „Langeweiler37“ frei ist. Und man erfährt, welches Film-Genre in notorischer Einfalt  zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ greift.

Neu oder stärker ist bei Höfer der Einbezug des Selbsterlebten, bekannt und geschätzt der zwanglose Einbezug des Publikums. Er lacht mit ihnen.

Das Publikum ging um viele Einsichten reicher und manche Träne des Lachens ärmer nach einer Zugabe nach Hause. Übrigens erinnert sich Höfer noch an seinen ersten Auftritt in Haus Siekmann um 1998 herum, als es noch nicht wirklich fertig war und seine vierbeinigen Bewohner nicht ganz Abschied genommen hatten.