Bürgerbeteiligung digitaler denken

Zuletzt aktualisiert 26. November 2020 (zuerst 25. November 2020).

Neue Formate in Münster erproben und etablieren / Stadtentwicklung braucht Online und Offline-Beteiligung / Webforum mit rund 150 Teilnehmenden

Münster (SMS) Rund 150 Interessierte verfolgten das erste städtische Webforum zum Thema „Beteiligung digitaler denken“. Bei der virtuellen Diskussionsveranstaltung der „MünsterZukünfte“ und der Stabsstelle Smart City ging es um die Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen digitaler Beteiligungsformate in der Stadtentwicklung. „Nicht erst seit der Einschränkung von Präsenzveranstaltungen aufgrund der Corona-Lage ist die digitale Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern ein zunehmend wichtiges Thema“, erklärt Stadtbaurat Robin Denstorff.

Bürgerbeteiligung in Münster mit digitalen Methoden

„In Münster findet die Bürgerbeteiligung bereits bei unterschiedlichen Projekten mit Hilfe digitaler Methoden statt“, so Denstorff weiter. „Sie funktioniert nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich sehr gut. Durch digitale Formate können auch für diejenigen Menschen Teilnahmemöglichkeiten geschaffen werden, die aus unterschiedlichen Gründen nicht von Zuhause wegkönnen oder den Weg zu einem Versammlungsort scheuen.“ Außerdem könnten sich Bevölkerungsgruppen beteiligen, die üblicherweise bei analogen Formaten fehlten. „Digitale Formate müssen aber immer auch durch analoge Formate ergänzt werden“, unterstreicht Denstorff, dass es bei analoger und digitaler Bürgerbeteiligung nicht um ein „entweder – oder“, sondern immer um ein „sowohl als auch“ gehe.

Die Beiträge der Referentinnen und Referenten aus der Praxis machten die Bandbreite der Möglichkeiten deutlich. Während Kathrin Feigs vom Büro plan-lokal über die Erfahrungen mit einer Online-Beteiligungsplattform beim Stadtteilentwicklungskonzept für Handorf, Gelmer und Sudmühle berichtete, zeigten Anke Leitzgen mit der für Tablets und für die Kinder- und Jugendlichenbeteiligung konzipierten App „#stadtsache“ und Oskar Lingk mit einer Partizipationsform via Smartphone für das Werkstattverfahren Bremer Platz unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten mit digitalen Endgeräten auf. Alex Sommer machte deutlich, dass auch Hackathons wie der Münsterhack ein Thema der Beteiligung und Mitwirkung an der Stadtentwicklung sein können. Dr. Fee Thissen vom Büro für Urbane Transformation aus Bochum bilanzierte ihre bundesweiten Erfahrungen, nach denen Online-Beteiligung zwar oft komprimierter sei, aber durch die intensive Form oft auch sachlicher werde.

Während der Veranstaltung konnten die Teilnehmenden per Chat Fragen stellen und sich auf diese Weise an der Diskussion beteiligen. „Es freut uns, dass die Veranstaltung auch online gut funktioniert hat und das Interesse der Münsteraner und Münsteranerinnen an den Stadtforen weiterhin da ist,“ erklärt Christopher Festersen, Leiter des Stadtplanungsamtes. „Da es die aktuelle Lage derzeit nicht erlaubt, die Stadtforen der ‚MünsterZukünfte‘ als Präsenzveranstaltungen durchzuführen, werden wir die Ergebnisse aufbereiten und die Diskussion über zeitgemäße Ansätze der Mitwirkung an Stadtwicklungsprojekten dann auch wieder analog weiterführen.“

Fortgesetzt werden soll aber auch die Reihe der Webforen. „Dieses Webforum war der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, mit der wir Zukunftsprojekte an der Schnittstelle von Stadtentwicklung und Digitalisierung weiter ausleuchten wollen. Nach dem Thema Beteiligung werden dazu unter anderem die Themen Mobilität und Umwelt gehören“, erläuterte Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft.

Die Online-Veranstaltung wurde aufgezeichnet und ist über die Internetseiten der MünsterZukünfte (www.zukunft-muenster.de) und Smart City (https://smartcity.ms) abrufbar.

Foto: Digitale Bürgerbeteiligung funktioniert nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich sehr gut. Gleichwohl ist auch die analoge Bürgerbeteiligung weiterhin ein gefragtes Format. Foto: Stadt Münster.

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