Bücherei von St. Bernhard beherbergt auch einen Literarischen Schoppen

Teilen heißt kümmern!

Münster-Angelmodde. Terrakotta-Krieger und ein Pferd zieren den langen Tisch in der Bücherei von St. Bernhard, an dessen Fenster-Ende Petra Heinker sitzt, ein Buch in der Hand: Beim „Literarischen Schoppen“ ging es am Montagabend um eine Frau aus China, die wie eine „Feder im Sturm“ aufwuchs, die Chinesin Emily Wu.

Heinker hat sich eine Seiden-Weste angezogen, im letzten Jahr war sie in China. Nun liest sie vor und kommentiert die außergewöhnlichen, bestürzenden Verhältnisse aus der Zeit der Kulturrevolution.Dem Schnee zum Trotz sind an diesem Montag fast zwei dutzend Frauen gekommen, auch eine aus Wolbeck, angelockt vom Thema China. Mal kommen zum Literarischen Schoppen nur wenige Gäste, mal zwei Dutzend, erzählt Heinker. Heinker hat den Schoppen initiiert. Beim Lesen bleiben Fragen offen – da kann man doch gemeinsam Spaß an der Literatur haben, locker und jenseits von Regeln und bei Wasser und Wein, meint sie.Bevor der Schoppen endet, kann jeder Vorschläge zum nächsten Buch machen. Da kommt viel zusammen, zuletzt wird abgestimmt. Der nächste Termin des vierteljährlichen Treffens ist der 25.04. Das ist dann der 39. Literarische Schoppen.

Der literarische Schoppen ist nicht der einzige Anlass, der Menschen jenseits des normalen Ausleihbetriebs in die Bücherei führt.
Eng ist der Austausch mit der benachbarten Annette-Schule.
„BiFit“ für fitsein in der Bibliothek heißt das Angebot, das Schüler der ersten und zweiten Klassen zeigt, wie man wo etwas findet. Genutzt wird dafür monatlich eine Stunde der Übermittags-Betreuung. Das sei 2009 sehr gut angekommen, berichtet Heinker über das Angebot, das mit Signaturen und Farben vertraut macht und mit der Suche nach Kassetten, DVDs, Lese-Büchern, Sach- und Erwachsenenbüchern.
Den Zweitklässlern gilt ein Lese-Wettbewerb. Einmal im Monat kommen an einem Freitag die Grundschüler aus der Annette-Schule; klassenweise versorgen sie sich eine Stunde lang mit Lesestoff. Die Schulmütter machen es möglich. „So habe ich auch angefangen“, erinnert sich Heinker. 27 ehrenamtliche Mitarbeiter tragen die Bücherei, darunter viele Mädchen, ein dutzend Schulmütter und ein Mann. Zu den Gründern zählt Hedwig Poertgen.
Der Katzensprung von der Schule zu den Büchern ist eine Beziehung mit Tradition: Einst war die Bücherei in der Schule untergebracht.
Spielerisch geht es mit viel Fantasie dank der Schulmütter zu, wenn wieder eine Einführungsveranstaltung für die Erstklässler der Annette-Schule stattfindet. Dann begrüßen „Ernie und Bert“ die Leser von morgen.
Wieviel Geld die Bücherei für Neues ausgeben kann, das liegt zum Teil in der Hand des Bistums. Etwas kommt beim Flohmarkt hinzu. Eine Rolle spielen auch die Ausleih-Zahlen. Wer also viel leiht und liest, bekommt noch schneller etwas Neues.