BSB-Bauherrenbarometer zeigt niedrigen Wert an – Stimmung unter Bauherren und Immobilienkäufern schlecht

Berlin. Mit einem eigens entwickelten Bauherrenbarometer begleitet der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) die wohnungspolitische Arbeit des Bundes in der aktuellen Legislaturperiode. Auf einer Skala von 0 (sehr schlechte Stimmung) bis 100 (sehr gute Stimmung) beträgt der Wert nach der ersten Erhebung 31. Demnach werden die Bedingungen für den Hausbau und Immobilienkauf unter Verbraucher:innen aktuell insgesamt unattraktiv empfunden.

Steigende Baupreise, Förderstopp und höhere Anforderungen – die Rahmenbedingungen für private Bauherren und Immobilienkäufer verschärfen sich weiter.  Die negative Stimmung der Verbraucher:innen mit Wunsch nach Wohneigentum drückt sich auch im ersten Bauherrenbarometer des Jahres aus, das der Bauherren-Schutzbund e.V. mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey von nun an halbjährlich erhebt. Mit 31 von 100 möglichen Punkten weist das Barometer aktuell einen niedrigen Wert aus.

Index zur Stimmungslage privater Bauherren und Immobilienkäufer

Der BSB-Index „Bauherrenbarometer“ ist ein neuer Indikator, der die Stimmungslage privater Bauherren und Immobilienkäufer abbildet. Im Index werden Informationen der Befragten über die Bedingungen beim Immobilienbau und -kauf zusammengeführt. „Die repräsentative Befragung soll Entscheider:innen in Politik und Verwaltung helfen, ihre Arbeit besser an den Bedürfnissen der potentiellen Wohneigentümer:innen auszurichten. Das ist wichtig, denn das Erreichen der ambitionierten wohnpolitischen Ziele hängt stark vom Leistungsvermögen und von der Investitionsbereitschaft dieser Verbrauchergruppe ab“, sagt BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Etwa 150.000 der jährlich veranschlagten 400.000 neuen Wohnungen müssen von selbstnutzenden Wohneigentümern errichtet werden.
Mit Blick auf die dem Index zugrunde liegenden Einzelergebnisse zeigt sich, dass für mehr als die Hälfte der Deutschen das Eigenheim weiterhin ein Lebenstraum darstellt. Gerade bei der Generation der 18-29 jährigen ist der Wunsch mit 77 Prozent stark ausgeprägt. Die Befragten sind sich ebenfalls überwiegend einig darin, dass ein Eigenheim ein großer Sicherheitsfaktor mit Blick auf die Zukunft ist (68 Prozent). Die Umsetzung des Wunsches wird jedoch in vielerlei Hinsicht sehr problematisch gesehen: So gaben 84 Prozent der Befragten an, dass die Verfügbarkeit von Bauland aktuell schlecht sei. Knapp 82 Prozent bewerteten die Verfügbarkeit von Handwerkern negativ und 76 Prozent beklagten die bürokratischen Hürden auf dem Weg ins eigene Haus. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten und vor allem die 18-29 jährigen (62 Prozent) und 30-39 jährigen (56,8 Prozent) schätzen zudem die Bedingungen für die Finanzierung einer Wohnimmobilie als schlecht ein. Hierbei wird vor allem die Unterstützung des Staates bemängelt – nur 13 Prozent erachten diese als gut. Vor allem Familien beklagen fehlende bedarfsgerechte Fördermodelle (69 Prozent). Im Stadt-Land-Vergleich wird die Situation für den Bau und den Erwerb ähnlich negativ eingeschätzt.

Florian Becker erkennt in den Ergebnissen einen klaren Handlungsauftrag: „Die exorbitant hohen Baukosten müssen gesenkt werden. Nur so werden sich Familien mit durchschnittlichen Einkommen auch weiterhin ihren Lebenstraum von Wohneigentum erfüllen können. Und nur so werden – gemäß der eigenen Zielsetzung – ausreichend neue Wohnungen entstehen.“ Zusätzlich müsse daran gearbeitet werden, die Verfügbarkeitsengpässen bei Bauland und ausführenden Firmen zu reduzieren. Ob die Regierung dafür die richtigen Maßnahmen eingeleitet hat, wird auch das nächste Bauherrenbarometer im Herbst dieses Jahres zeigen.