Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft: Überbetriebliche Ausbildung unter Sonderbedingungen

Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft: Überbetriebliche Ausbildung unter Sonderbedingungen
Die Überbetriebliche Ausbildung läuft – mit Masken, wie sie Markus Schwarz (r.) für die Auszubildenden mitbrachte. Hinten im Bild auch Vinzenz Winter (l.) und Christian Utendrup (m.). Foto: A. Hasenkamp.

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Zuletzt aktualisiert 3. März 2021 (zuerst 17. Februar 2021).

Münster-Wolbeck. Im Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft Münster-Wolbeck laufen auch an diesem Mittwochmorgen Unterweisungsübungen: In einer Halle übt eine Gruppe in Einzelarbeit das Pflanzen, mit Mütze und T-Shirt, daneben rutscht eine Gruppe Auszubildender auf Knien durch den Sand und baut Treppen in drei Varianten, in zwei weiteren Hallen werden Haus-Eingänge gepflastert. 50 bis 80 Auszubildende seien vor Ort, erklärt Vinzenz Winter, der Leiter der Bereiche Weiterbildung und überbetriebliche Ausbildung und stellvertretende Leiter der Schule.

Normalbetrieb gibt es derzeit nicht; die Fachschule für Agrarwirtschaft zum Beispiel ist coronabedingt ohne Präsenzunterricht.

Aber im Bildungszentrum ist mehr möglich als in Schulen. „Überbetriebliche Ausbildung ist nicht Schule, weder Fachschule noch Berufsschule“, erklärt Winter. Der eine Unterschied liegt im Charakter der Arbeit: In der Fachschule geht es um die überbetriebliche Ausbildung. Ein zweiter Unterschied: „Hier ist digital nichts machbar“, sagt Winter.

Die Schule hat auf mehreren Ebenen reagiert, die Pflicht zu Masken innerhalb der Gebäude und zum Abstand halten ist nur eine Maßnahme. Der Unterricht wurde beschränkt auf „Sonder- und Prüfungsthemen“. Ganz brach liegt im Moment der Bereich Weiterbildung – hier staut sich Nachholbedarf auf. Die Gruppengröße der Auszubildenden wurde reduziert von zwölf auf acht; aus kleinen Räumen wechselt man in größere, die man zum Teil eigens gepflastert hat; die Unterbringung der Auszubildenden aus NRW und teils von außerhalb wechselte von Doppelzimmer auf Einzelzimmer. Die Schule buchte zudem Zimmer in umliegenden Pensionen – ca. 70 Einzelzimmer sind nötig. Einige Veranstaltungen wurden gekürzt und ihre Anzahl über mehrere Monate hinweg verdoppelt: Da waren die Lehrkräfte auch an den Samstagen gefragt. Sie hätten „mitgezogen“, sagt Winter dankbar. Alle halbe Stunde wird gelüftet – dafür musste in den Gewächshäusern die Temperatur erhöht werden – da stehen Kalanchoe blossfeldiana und Citrus limon.

Weil viel körperliche Arbeit anfällt, sind gute Masken und regelmäßiger Wechsel noch wichtiger. So freut sich die Schule über eine Spende des Verbandes für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau: Markus Schwarz aus Greven überreichte 3600 FFP2-Masken.

Trotz der verringerten Zahl an Schülern und Veranstaltungen ist der Aufwand höher. Alle 14 Tage müsse neu geplant werden, meint Winter. Zu gern würde Winter zum Normalbetrieb zurückkehren. „Lieber ein volles Haus bei geregeltem Betrieb.“ Zumal in den letzten Tagen die Schneemassen für einige Schäden sorgten.