Bevollmächtigten-Ausschuss übernimmt Arbeit des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde

Münster-Wolbeck. Die finanziellen Geschicke der evangelischen Kirchengemeinde Wolbeck, Angelmodde und Albersloh leitet in Kürze ein Bevollmächtigten-Ausschuss. Denn ihr Presbyterium sah sich im November außerstande, einen Haushalt zu beschließen, was auch den Rücktritt von vier Presbytern nach sich zog (die WN berichteten). Derzeit befindet sich die Gemeinde im Verfahren der vorläufigen Haushaltsführung: Ausgaben gibt es nur, wo sie unbedingt nötig sind. Die Gemeinde sei hierin die erste im Kirchenkreis, so Pfarrerin Helga Wemhöner, es würden sicher weitere folgen.

Großes Interesse am Weiterbestand

Am Sonntag traf sich die Gemeinde mit der Superintendentin des Kirchenkreises, Meike Friedrich, und der Leiterin der Finanzabteilung des Kreises, Jutta Runden. Das Interesse am Weiterbestand  ist groß: Der Gemeindesaal der Christuskirche in Wolbeck war voll und  aus den Reihen kamen viele Fragen.

Hintergrund der Misere ist laut Friedrich die zwar gegenüber 2009 leicht gewachsene, aber im Vergleich niedrige Zahl der Gemeindeglieder: 2640 sind es  2014. Der Kirchenkreis nennt eine Zahl von über 3000 als Grundlage für auskömmliche Einnahmen aus den Finanzzuweisungen der Kirche an die Gemeinde. Einen kleinen, aber keinen maßgeblichen Anteil am strukturellen Defizit hat der Umstand, das die Gemeinde zwei Kirchen unterhält, erklärte Pfarrerin Helga Wemhöner.

Hinzu kommt das Schrumpfen der evangelischen Kirche in Deutschland. Immer mehr Ältere fallen aus der Kirchensteuer-Zahlung heraus, zuwenige junge kommen nach, so Friedrich. Es werde an vielen Stellen gespart werden müssen.

Ein großes Lob gab es von Friedrich für die langjährige Rettung des Haushalts durch Spenden aus der Gemeinde: Das habe sie woanders noch nicht erlebt, es sei „exorbitant“.

Aus dem Publikum kam auch die Frage wo man denn nun noch sparen wolle – das Presbyterium habe doch schon alles „ausgequetscht“? Bemängelt wurde, dass Plan- aber keine Ist-Zahlen zu den Haushaltsjahren ab 2009 vorgestellt wurden. Hoffnungen auf höhere Zuweisungen wies Friedrich zurück.

Ausschuss übernimmt Presbyteriums-Arbeit der evangelischen Kirchengemeinde Wolbeck

Die Superintendentin empfahl, nun den Ausschuss erst einmal arbeiten zu lassen. Er soll gemäß Kirchenordnung ein Konzept zur Haushaltssicherung erarbeiten und die Wahl eines Presbyteriums im Jahr 2015 vorbereiten. Seine Zuständigkeit ähnelt dem eines Presbyteriums. Seine Mitglieder beruft der Kreissynodalvorstand:  Vier der ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder stehen fest: Dr. Wolfgang Echelmeyer, Pfarrer Dr. Jens Dechow und Werner Berndt aus Hiltrup sowie Stephan Degen an. Weitere sollen folgen, so Friedrich.

Dabei sollen möglichst alle Ortsteile vertreten sein. Mit vier Kandidaten sei man im Gespräch. Großer Wert solle auf die Kommunikation gelegt werden. Es werde aber nicht „für jeden Beschluss eine Gemeindeversammlung einberufen“, so Dechow.

 

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