„Besser als Urlaub“ Internationales Quartett jazzt gern im vollen Haus Siekmann

Sendenhorst. Gleich drei Komponisten in einem Quartett, das bürgte für Ausgefallenes und Qualität. Und sorgte für begeisterte Jazz-Freunde beim zweiten Auftritt des East-West-Quartetts in Sendenhorst. 2007 waren Pianist Vadim Neselovskyi,  Trompeter Dmytro Tyelmanov, Kontrabassist Uli Bär und Schlagzeuger  Benny Mokroß zum ersten Mal in Haus Siekmann zu hören. Die vier setzten mit einem Stück der „Jazz Messengers“ ein, einer der erfolgreichsten Jazz-Bands überhaupt. Doch viele der Stücke waren Eigenkompositionen,  vor allem Tyelmanov und Bär hatten sie im Gepäck. Ein elegantes Solo am guten Flügel führt in „My Secret“ von Tyelmanov ein, dessen Leitmotiv der Trompeter und Komponist vielfältig variierte. „Doppelte Zunge“ heißt die Technik, die für die rasanten Tonfolgen sorgte. „First Visa“ hieß ein zweites, Freude ausstrahlendes Stück des Ukrainers, dessen Trompete virtuos das Thema des Flügels aufgreift, in die Höhe treibt und jäh abstürzen lässt. Wieder ein Zwischenapplaus, einer von vielen, den alle vier Musiker für ihre Soli einsammeln konnten. „Sie spielen wirklich mit!“, lobte   Neselovskyi und meinte, ihm sei nun schon „warm im Herzen“. Einem Stilwechsel bei Uli Bärs Werk „Don’t Go“ folgte Tyelmanovs „Simple C“ – ein lange namenloses Werk, wie Neselovskyi augenzwinkernd anmerkte, das endlich einen intellektuellen Namen gefunden habe. Das werde man nun häufiger tun.
Dann testete der Pianist mit einem Stück von Andrej Petrov an, auf welches Interesse das Präsentieren russischer Filmmusik stößt – er konnte sich ermutigt sehen, dies auszubauen.
Eine Welt-Uraufführung erlebte das Publikum, ein Tango-Solo von Uli Bär. Liebe und Leidenschaft sei schließlich auch der Kern von Weihnachten, rechtfertigte Bär sich auf Neselovskyis Nachfrage zur Vereinbarkeit von Tango und Weihnachten. „Liebe, Leidenschaft – und dann gehört noch Bach dazu“, sprach Bär und zupfte und strich den Kontrabass, dass er ganz leichtfüßig tänzelte.
Das Publikum im vollen Saal gab seiner Begeisterung lebhaft Ausdruck und ließ die vier Virtuosen nicht ohne Zugabe ziehen. Die gaben sie gern.
Der Unnaer Bär hatte den Kontakt zwischen dem inzwischen weltbekannten Pianisten und dem Förderkreis von Haus Siekmann hergestellt und so eine enge Verbindung angestoßen. „Für mich ist das wie ein Urlaub, sogar besser“, sagte der aus den USA angereiste Neselovskyi und versprach, er werde „noch mit anderen Sachen auf dieser Bühne stehen“. Länger schon versucht er, mit seinem amerikanischen Quintett nach Deutschland zu kommen. Der Zeitpunkt dürfte nun noch näher gerückt sein.

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