Belohnung und Anreiz: WWU-Rektorin verleiht Universitätspreise beim Neujahrsempfang

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Münster. Belohnung für vollbrachte Leistungen, aber auch Anreiz für künftige Anstrengungen sollen die Universitätspreise sein, die Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles beim Neujahrsempfang am 11. Januar im Schloss zu Münster für das Jahr 2007 verlieh. 

Den mit insgesamt 30.000 Euro dotierten Lehrpreis der WWU Münster für 2007 teilen sich der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Backhaus und der Geoinformatiker Dr. Christoph Brox.

Individualisierung der Lehre 

Das von Prof. Backhaus am Institut für Anlagen und Systemtechnologien eingeführte Konzept zur Individualisierung der Lehre eröffnet Studierenden in Lehrveranstaltungen mit großen Teilnehmerzahlen durch innovative Lehr- und Lernkonzepte und interaktive Elemente neue Wege der Individualisierung und ermöglicht innovative Betreuungsmethoden. Es trägt damit maßgeblich zu einer verstärkten Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden bei, bietet eine starke Praxisorientierung und fördert eine positive Lernatmosphäre.

Erfolg des Erasmus-Mundus-Studiengangs in Geospatial Technologies

Dr. Brox hat durch seine Ideen und Konzepte sowie sein außerordentliches Engagement maßgeblich zum Erfolg des Erasmus-Mundus-Studiengangs in Geospatial Technologies beigetragen. Der Preisträger koordiniert darüber hinaus die Einführung des englischsprachigen Masterstudiengangs in Geoinformatics, ist an der Planung eines internationalen Graduiertenkollegs beteiligt, betreut das Projekt GI@School und fördert so entscheidend die Internationalisierung und die Qualität der Lehre am Institut für Geoinformatik der WWU.

Frauenförderpreis der Universität Münster

Mit 20.000 Euro dotiert ist der Frauenförderpreis der Universität Münster, den sich für das Jahr 2007 der Informatiker Prof. Dr. Marco Thomas und das Netzwerk der Nachwuchswissenschaftlerinnen an der WWU, vertreten durch Dr. Katrin Späte und Privatdozentin Dr. Annette Staebler, teilen. Das von Prof. Thomas vom Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik betreute Projekt "Informatik für Frauen" fördert auf vorbildliche Weise die Erhöhung des Frauenanteils in Studiengängen der Informatik. Durch regionale Veranstaltungen und Kontaktbörsen der Universität für Schülerinnen sowie die Einrichtung eines Informatikclubs für Mädchen trägt das Projekt dazu bei, Schülerinnen und Studienanfängerinnen für Fächer zu interessieren, in denen der Frauenanteil nach wie vor gering ist.

"WiN – Wissenschaftlerinnen im Netz"

Die von Dr. Späte und Dr. Staebler gegründete internetbasierte Kommunikationsplattform "WiN – Wissenschaftlerinnen im Netz" bietet Nachwuchswissenschaftlerinnen Möglichkeiten, die persönliche Berufslaufbahn und eigene Forschungsprojekte vorzustellen. Außerdem ermöglicht WiN den persönlichen Austausch zu verschiedenen forschungsrelevanten Themen, fördert den wichtigen Aufbau funktionierender Netzwerke und bündelt wichtige Informationen zu Themen wie Finanzierung, Stipendien, Drittmittel und Fortbildung und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses.

Dissertationspreise 

Der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen auch die mit jeweils 7.500 Euro dotierten Dissertationspreise der Universität. Ausgezeichnet für herausragende Doktorarbeiten wurden für das Jahr 2007 aus den beiden Theologischen Fakultäten Dr. Stefan Holtmann, aus der Juristischen Fakultät Stefanie Sendmeyer, aus der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Dr. Claas Müller-Lankenau, aus der Medizinischen Fakultät Dr. Udo Dannlowski, aus der Philosophischen Fakultät Dr. Henrik Baumann und aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät Dr. Christian Pott.

Studierendenpreis, der ehrenamtliches Engagement von Studierenden  fördert

Zum ersten Mal verliehen wurde beim Neujahrsempfang ein Studierendenpreis, der ehrenamtliches Engagement von Studierenden würdigen und fördern soll und mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro dotiert ist. Auch dieser Preis wurde geteilt und ging zu gleichen Teilen an Britta Meunders und Dominic Schwickert als Initiatoren des einmal im Semester erscheinenden und bundesweit beachteten Journals "360 Grad – Das studentische Journal für Politik und Gesellschaft", sowie an Martin Mertens für sein langjähriges Engagement in der Fachschaft Kommunikationswissenschaft und seine Initiativen für verschiedenen Betreuungskonzepte der Fachschaft, wie zum Beispiel Erstsemesterbetreuung, Mentorenprogramm und Evaluation neuer Studienprogramme.

Sonderpreis für außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen von Studierenden

Einen mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis für außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen von Studierenden erhielt Martina Menneken, der es im vergangenen Jahr gelungen ist, als Studentin einen Artikel im international angesehenen Forschungsmagazin Nature zu veröffentlichen. Gemeinsam mit Dr. Thorsten Geisler vom Institut für Mineralogie der WWU und australischen Wissenschaftlern entdeckte Menneken die ältesten Diamanten der Welt. Die rund 4,25 Milliarden alten Steine kamen zutage, als die Mineralogen Zirkon-Einschlüsse in Sedimentgestein untersuchten. Der Fund deutet darauf hin, dass die Abkühlung der Erde viel eher begonnen haben könnte als bislang gedacht.

Traditionell werden beim Neujahrsempfang der WWU auch die mit jeweils 15.000 Euro dotierten Förderpreise der Sibylle-Hahne-Stiftung übergeben. Den Preis für Naturwissenschaften, Medizin und Technik erhielt der Neurobiologie Privatdozent Dr. Thomas Hummel für seine Habilitationsschrift "Sensory Map Formation in the Drosophila Brain". In der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften wurde der Theologe Dr. Jakob Wöhrle ausgezeichnet für die Arbeit "Die frühen Sammlungen des Zwölfprophetenbuches – Entstehung und Komposition".

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