Belgischer Männerchor konzertiert mit MGV Hiltrup in St. Clemens

Münster-Hiltrup. Ein gemeinsames Konzert bestritten am Freitagabend in St. Clemens die Männergesangvereine MGV Cäcilia Raeren aus Belgien und MGV 1848 Hiltrup mit den Dirigenten Norbert Hansen und Richard Homann.

Die Belgier sind reisefreudig: Innsbruck, Erfurt, Bodensee, München, diesmal Münster – alle zwei Jahre unternimmt der Chor aus dem, wie sein Präsident Josef Fuhrt sagte, „beschaulichen kleinen Ort“ Raeren am Fuße eines Naturschutzgebietes in Belgien, seit dem Mittelalter europaweit bekannt für seine Tongefäße eine Reise. Münster stand als Ziel fest, da fand Reiseorganisator Hermann-Josef Schaffrath in der Westfalen-Metropole einen einzigen passenden Männergesangverein – den aus Hiltrup. Immerhin hatten die Hiltruper noch 2003 den Titel "Meisterchor des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen" ersungen.

Diesmal waren nur 19 der eigentlich über 30 belgischen Sänger dabei – weshalb sie auch weiter vorn, auf den vordersten Stufen stehen konnten. Das brachte den Zuhörern den Vorteil, ganz aus der Nähe sehen zu können, wie aufmerksam, hochkonzentriert sie mit voller Hingabe ihrem Dirigenten folgten. Das war auch zu hören. Die beiden Chöre sangen zur Eröffnung gemeinsam die „Ode an Gott“ von Johann Heinrich Tobler – die kleine Einsing-Probe hatte bereits genügt, um aus beiden Chören ein harmonisches Ganzes zu machen. Die Raerener Männer bestritten dann den ersten Teil mit Werken von Franz Abt, Anton Bruckner Jean-Philippe Rameau und Friedrich Silcher. Ihre starke Dynamik und der hervorragende Gleichklang ließen verstehen, warum der Chor das belgische Pendant zum Meisterchor-Titel innehat. Schön fügte sich der sanfte Nachhall von St. Clemens in das Werk „Die Abendglocken rufen“. Der MGV Hiltrup bestritt seinen ersten Part mit werken von Ludwig van Beethoven, Joseph von Eichendorff, Peter Tschaikowski und Schweitzer. Die zweite Hälfte des Konzerts war internationaler geprägt.

Ein Konzert im Konzert waren die von Henk Plas, Organist an St. Clemens, interpretierten Orgelwerke, das anregende Scherzo aus den „Dix Pièces pour Orgue“ von Eugène Gigout, die wunderbare, recht bekannte Toccata aus der fünften Orgelsinfonie Nr. 5, op. 42 Nr. 1 von Charles-Marie Widor sowie schließlich die Toccata alla rumba von Peter Planyavsky – keine verhaltenen, Pausenfüller, sondern eigenwillige, frische Werke, deren Schwung in den nächsten Gesangsteil trieb. Mehrere der belgischen Sänger gingen bei der Toccata sichtlich erfreut mit.

Zum Finale des gut besuchten und abwechslungsreichen Konzerts ließen beide Chöre ihre Stimmen gemeinsam mit der Orgel als „Klänge der Freude“ erklingen. Die Spenden fließen an den Verein Jugendhilfe Direkt.

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