Baustellen in Münster: kürzere Dauer, weniger Kosten, mehr Transparenz

Teilen heißt kümmern!

Münster. Baustellen machen Dreck und Lärm, behindern Anwohner und Verkehr, kosten Geld und dauern "gefühlt" immer zu lange. Stimmt nicht ganz, sagen das städtische Tiefbauamt und die Stadtwerke Münster, die für das Gros der Baustellen in der Stadt verantwortlich sind. Denn: Dank gemeinsamer Maßarbeit sind Baustellen heute kürzer, weniger belastend und auch preiswerter als noch 2003.

Statt auf Gefühl setzen die Fachleute dabei auf Fakten und auf Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger: mit zwei neuen zentralen Ansprechpartnern und einer Baustellen-Broschüre.Vor sechs Jahren überlegten Stadtwerke und Tiefbauamt erstmals in Workshops, wie gemeinsame Baustellen noch effizienter abgewickelt werden können. Seitdem wurden neue Ideen in über 50 Projekten erfolgreich umgesetzt, sind aber für Bürger nicht so offensichtlich wie Bagger und Baugruben. Beispielsweise werden bei Tiefbauarbeiten Leistungen beider Partner gemeinsam ausgeschrieben. So können Unternehmen günstiger anbieten; und weil weniger Firmen vor Ort sind, läuft der Baustellenalltag deutlich reibungsloser. Außerdem wird nicht mehr nacheinander, sondern, wo immer möglich, parallel gearbeitet. So konnten die Bauzeiten erheblich reduziert werden.

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist der rechtzeitige Austausch. So lässt sich in der Baustellen-Datenbank erkennen, wer wo welche Maßnahme plant, welche kollidieren oder sich kostengünstig zusammenfassen lassen. Regelmäßige Gesprächsrunden stellen den persönlichen Kontakt auf allen Ebenen sicher. Das zahlt sich aus, wenn mal wieder eine unerwartete Entdeckung unter dem Asphalt von allen Beteiligten Flexibilität und Improvisationstalent fordert.

Mehr Transparenz für Bürger

Frühe und umfassende Informationen sind auch das Stichwort beim Thema Anwohner. Denn bei aller Optimierung: Ganz ohne Lärm, Dreck und Beeinträchtigungen lässt sich nicht bauen. Bei größeren Baustellen laden Tiefbauamt und Stadtwerke zu Bürgerversammlungen ein. Mit gemeinsamen Anwohner-Briefen und dem Infoheft "Tiefbau-Journal" informieren sie über die konkreten Bauarbeiten, Zeitschienen, Ansprechpartner und eventuelle  Umleitungen.

Bleiben Fragen offen, gibt es für Kritik und Anregungen ab sofort einen direkten Baustellen-Draht: Ludger Niehoff (Tel. 4 92 66 66, baustellen@stadt-muenster.de) und Jürgen Schmidt (Tel. 6 94-13 13, baustellen@stadtwerke-muenster.de) sind Ansprechpartner für alle Bürgerfragen. Sie sorgen außerdem für einen besseren Informationsfluss zwischen allen Beteiligten, dabei immer auf der Suche danach, was sich noch besser machen lässt. Ihre Rufnummern werden auf den Baustellen und in der neuen Broschüre veröffentlicht. Diese zeigt, wie anspruchsvoll die Arbeiten unter dem Asphalt sind. Auch gängige Fragen – Warum dauert das so lange? Warum passiert auf der Baustelle tagelang nichts? – werden darin beantwortet. Die Broschüre "Achtung Baustelle" wird bei gemeinsamen Baustellen verteilt und liegt bei den Stadtwerken am Hafen sowie in allen Stadthäusern aus.

Tiefbauamt und Stadtwerke sind überzeugt, dass ihnen die guten Ideen nicht ausgehen. So stehen eine bessere Beschilderung auch kleinerer Baustellen und eine Internet-Darstellung von verkehrsbehindernden Baustellen im Arbeitsprogramm 2009.