Analog trifft Digital: Neues Klangerlebnis in St. Bernhard Verbindung von Digitalhorn, Synthesizer und Kontrabass

Analog trifft Digital: Neues Klangerlebnis in St. Bernhard Verbindung von Digitalhorn, Synthesizer und Kontrabass
Guido Neumann und Arne Tigges digital und analog. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 2. März 2018 (zuerst 26. Februar 2018).

Münster-Angelmodde. Ein Kabel hängt am Kontrabass, es führt zu einem Mischpult. Das Saxophon hat gleich zwei Kabel, eins schwarz, eins gelb. Sonst ist alles klassisch an den Instrumenten – Tasten, Saiten, ein Bogen. Aber es sind nicht nur zwei Musiker, die da spielen, Guido Neumann am Saxophon und Arne Tigges am Kontrabass. Der dritte Musiker war ein Computer. Teils durfte der Computer mit einem Synthesizer-Programm verfremden, teils per Aleatorik Klänge selbst wählen. Das lässt sich sogar durch unterschiedliches Atmen und Pusten am Mundstück des Digitalhorns beeinflussen, wie Neumann demonstrierte.

Neue Klangwelten aus Verknüpfung von Digital und Analog

Analog trifft digital und schafft neue Klangwelten – das versprach am Sonntag das Konzert in der Kirche St. Bernhard im Rahmen der Veranstaltungen des Hauses der Familie des Bistums Münster.
Reizvoll war auch die Verbindung von per Synthesizer erzeugten Klängen und dem analogen Kontrabass im Stück „Erschrecken von Getier“. Tigges demonstrierte und erläuterte aber auch ganz Analog-Physikalisches: Das Erzeugen von Obertönen durch Auflegen eines Fingers ohne Druck. Eine Dame aus dem Publikum wirkte mit.
Auch Neumann hatte sich für sein Digitalhorn-Solo Besonderes ausgedacht: „Paganini oder das Hochgeigen“. Neumann erklärte auch die Vorgeschichte moderner Synthesizer: Die Idee hatte man schon vor Jahrhunderten, als es keinen Strom aus der Steckdose gab. Elektrische Spannung ließ sich dennoch erzeugen und Tüftler experimentierten, um an einem Instrument sämtliche Klänge produzieren zu können.

Impressionen einer Reise durch Usbekistan

Den Rahmenklang des Konzerts in St. Bernhard bildete eine Verfremdung von Lefébure-Wélys „Élévation ou Communion“, also die Schöpfung eines modernen Organisten. Ganz modern war die Improvisation von Klängen, die man dem Namen nach in einer Disco vermutet hätte: „Techno Rave“. Zum Finale ließen die beiden Musiker Impressionen einer Reise durch Usbekistan erklingen.
Wer dem so ganz anderen Hörerlebnis mit seinen vielen Überraschungen und Erklärungen eine weitere Dimension der Klangwelten verleihen wollte, konnte sich im Kirchenraum zwischen den sechs Lautsprechern bewegen.

 

St. Bernhard im Stadtdekanat Münster

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