Alibi statt Sport: Frauen spielen Darts anders

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Münster-Wolbeck. Ende Januar gründeten Frauen die Darts-Gruppe für Frauen als Teil des Darts-Angebots des Ortsvereins Wolbeck der AWO und haben nun ihre eigene Trainingszeit. Wobei das Wort „Training“ nicht so recht passt zum Sinn und Zweck dieser Treffen. Vor einem halben Jahr sei die Idee entstanden, erzählt Anja Mertens, als sie und manchmal eine weitere Frau beim Termin der Jedermann-Gruppe die Stahlpfeile fliegen ließen, allein unter Männern. Aber die Männer spielten eher wettbewerbsorientiert, ehrgeizig, und „stumpf und ständig“ spielten sie ihr „301“ herunter. „Auch beim Doppelkopf sind Frauen weniger verbissen“, sagt Mertens und Silvia Banneke ruft ein „Richtig!“ herüber. „Für die ist das Sport. Für uns ist das Alibi“, so Mertens. Ein „Alibi“, zusammenzukommen, Spaß zu haben, am Rande miteinander zu sprechen – über anderes als Darts. Zum Beispiel über Filme.  Mit den Darts spielten sie statt nur „301“ gern Spiele wie „Fuchsjagd“.

Das wollte Mertens erreichen, sie inserierte Online, forderte die Darts-Männer auf, doch mal ihre Frauen zum Dartsspiel zu schicken. „Am besten funktioniert Mund-Propaganda.“ Mittlerweile kommen 6 bis 10 Frauen jede Woche dienstags zusammen. Auch Silvia Banneke: Sie hatte vorher keinen Pfeil angefasst, jetzt in der Frauengruppe schon. „Sie ist jetzt eine der besten; sie blüht richtig auf“, sagt Mertens.

Das Interesse scheint nachhaltig zu sein, meint Mertens: recht bald hätten die Frauen sich eigene Dart-Sets zugelegt. Dabei habe man einen Pool von Darts parat für jene die noch keine haben. „Wir wünschen uns noch viel mehr Frauen.“ Daneben gibt es auch eine Senioren-Gruppe. Man könne auch an mehreren Treffen teilnehmen, meint sie.

Beim Treffen am Dienstag in den neuen Räumen gegenüber dem AWO-Treff fliegen trotz Unterhaltung meist die Pfeile, durchaus wird auch mal ein „301“ gespielt.

 

 

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Über Andreas Hasenkamp

Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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