Aktionskunst verwandelt am Karsamstag Ausstellung in der St. Joseph-Kirche

Münster-Hiltrup. Diese Aktionskunst sollte in St. Joseph Kunst verwandeln und die Teilnehmer der Ostergottesdienste überraschen. Seit Mitte Februar hingen dort in sechs Stationen Werke von 32 Schülern der Grund- und Leistungskurse Q2 des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Hiltrup: „Kreuz(X)weg“ heißt das Projekt.

Dem Ablehnen, Erleiden, Ablenken, Verführen, Angreifen und dem Reagieren sollten die Werke Ausdruck geben, geschaffen in Gips, geformt mit dem eigenen Körper, dann verstärkt mit Pappmaché. Dreidimensional: So dienten Werke von Auguste Rodin, erster Bildhauer der Moderne, als Basis, als eine Quelle der Inspiration. Die andere Inspiration lag in der vom Kunsterzieher Michael Rickert gestellten Aufgabe: Über das Gegenständliche hinaus gehen, sich selbst nur zum Teil zeigen – der größere Teil ist auf der anderen Seite, in einem anderen Raum, im Übergehen, im „In Between“. Sich zudem in Interaktion mit einem Anderen darstellen, der selbst nicht zu sehen ist.  So haben es fast alle gehalten, während ein Gemeinschaftswerk auch den Anderen zeigt. Auf dem Weg aller Schüler lagen anspruchsvolle, teils nicht allein zu bewältigende handwerkliche Arbeiten mit Gips und Pappmaché: „Alles Andere als leicht“, sagt dazu das Faltblatt zur Ausstellung. Dann wiederum die Herausforderung, das eigene Werk mit denen vieler anderer in den sechs Abteilungen zu platzieren, im Neben- und Übereinander. Und am Karsamstag   galt es die Werke zu färben. Einfarbig blieben sie, aber nun strahlen sie gelb und rot, blau oder grün: Österlich nach der Fastenzeit. „Wir nehmen dem Ganzen die Härte“, sagt Rickert.
Die Formen laden wie zuvor zum Entschlüsseln ein. Das fällt leicht bei jenem, in dem das Ablehnen gleich dreifach drastisch Form findet, schwerer etwa in jenem von Muriel Montag, in dem eine Gestalt gerade durch die Kirchenwand zu fallen scheint, die Hand ablehnend ausgestreckt, der Blick nach oben gewandt.
Die Installation sei in der Gemeinde positiv aufgenommen worden, sagt Pfarrer Dr. Stefan Rau, sichtlich gut gelaunt beim Anblick der Verwandlung. Es seien nun erstmals keine Werke von professionellen Künstlern. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. April zu sehen.
Dreimal im Jahr nutzt die Gemeinde die Wände für Ausstellungen, dazwischen bleiben sie leer.

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