Absurde Komödie: Vaclav Havel erschwert die Kommunikation Petra Grycovà inszeniert als Hommage „Erschwerte Möglichkeit der Konzentration“

Eigentlich soll es doch einfacher werden im Leben von Dr. Huml – was soll jetzt eine Frau mehr statt weniger? Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Hiltrup. Eine wahrlich absurde Komödie ist am Sonntag im Kulturbahnhof zu sehen: „Erschwerte Möglichkeit der Konzentration“. Geschrieben 1968 in der CSSR vom „Staatsfeind“ Vaclav Havel, später letzter Präsident des Landes.
Eine Hommage an Havel hat die Regisseurin Petra Grycovà auf die Bühne des Kulturbahnhofs gestellt. Havel zu Ehren konnten die Zuschauer bei der Premiere am Donnerstag zu tschechischem Bier und Häppchen greifen; Grycovà würdigte den Humanisten, knapp, aber mit bewegender Bewunderung.
Der Wissenschaftler Dr. Huml hat wohl seine Gedankengänge im Griff, seine Liebeleien dagegen ganz und gar nicht – mit fortwährenden Ausflüchten aller Art vermeidet er, sich zu entscheiden zwischen seiner Frau, seiner Geliebten, seiner Sekretärin. Schafft er es irgendwann, fragt man sich?
Die Form des Stücks ist ungewöhnlich: Nicht zeitlich logische Akte folgen aufeinander, sondern Sentenzen. Bald stolpert der Betrachter über ihre Reihenfolge: Ist die nicht unmöglich? Einen roten Faden verfolgen kann der Betrachter dennoch, ob er freilich an ein erwartbares Ende des Fadens gelangt …  Gelegentlich könnte der Text verständlicher gesprochen sein, aber es sind meist Laien mit sehr begrenzter Erfahrung und Ausbildung, die da spielen, nicht das sonstige Ensemble des Theaterlabors. Es ist ihre große Leistung und die ihrer (selbst mitspielenden) Regisseurin, wenn eine flüssige Darstellung gelingt.
Havels absurdes Theater hat Überraschungen und auch situative Komik zu bieten, dazu eine beachtliche schauspielerische Leistung. Die letzte Vorstellung beginnt am Sonntag um 20 Uhr.

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Über Andreas Hasenkamp 6495 Artikel
Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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