Abschied mit Vorfreude: Solisten spielen „Schwanengesang“ für die Orgel für St. Clemens

Münster-Hiltrup. Ihr letztes Konzert Clemens spielte am Sonntagabend die Orgel von St. Clemens. Ihr zu Ehren stimmten drei Solisten den „Schwanengesang“ an. Im übertragenen Sinne wird das letzte Werk eines Komponisten als Schwanengesang bezeichnet. Das Konzert konnte daher als Schwanengesang der alten Orgel  angesehen werden, erläuterte Organist Henk Plas.

Martina Pahl, Henk Plas und Birgit Kocian Wie er ist auch die Querflötistin Martina Pahl aus zahlreichen Benefiz-Konzerten in St. Clemens bekannt, die der Jugendarbeit und der Orgel zu Gute kamen. Die dritte im Bunde, die Oboistin Birgit Kocian, unterrichtet unter anderem an den Musikschule Wolbeck und Ascheberg und im Hiltruper Ensemble „Aubade“. Die alte Orgel, ein Provisorium von 1931, war mehrfach notdürftig in Stand gesetzt worden, ohne grundlegende Mängel beseitigen zu können. Vom viel gespielten Telemann waren interessante Klänge zu hören, die sicher auch der Qualität der Solisten zu verdanken sind. Die Triosonate E-Moll, Teil seiner „Tafelmusik“ besticht mit Vielfalt: Pahls Querflöte gibt im Affettuoso die Leichtigkeit, Kocians Oboe das Feierliche. Im Dolce nimmt ein Instrument das Motiv des anderen auf, das Vivace prägt eine starke Eigenständigkeit der Flötenstimmen, sekundiert von der Orgel, die sich immer weiter zurückhält und zum Schluss verschwindet.

Orgel von St. Clemens Düster dreht sich Brahms Fuge as-Moll auf der Orgel abwärts. Ein Glanzlicht dann Maurice Ravels Pavane für ein verstorbenes Kind für Flöte und Orgel, in dem die Stimmen der beiden ungleichen Blasinstrumente schlussendlich melancholisch ineinanderfallen. Und wieder eine Stimmungswende im Rückblick auf ein Schwanen-Leben: Munter spielen in Joseph Noyons „Concertino Pastoral“ Oboe und Orgel einander wie in einem Kuckucks-Gespräch die Töne zu. Den Schluss setzen die drei in einem tänzerisch-schwebenden Miteinander in Philippe Gauberts „Tarantelle“.

In diesem Schwanengesang klang viel Freude mit, vermutlich Vorfreude. Denn es geht weiter mit der Orgel. Im Konzert tritt sie nicht mehr an, eine Weile ist sie noch im Gottesdienst zu hören. Am 25. Juni kommt die Orgelbaufirma Seifert aus Kevelaer, um die alte Orgel abzubauen. Die Orgel wird nach Rumänien transportiert, wo sie wieder aufgebaut wird. Dabei muss die Verkabelung vollständig erneuert werden. In der zweiten Augustwoche wird die neue Orgel nach Hiltrup geliefert. Die Weihe ist geplant für den dritten Adventssonntag.

 

 

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Über Andreas Hasenkamp

Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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