Modellbauer aus NRW zeigen Fischertechnik-Kreationen im Handwerksbildungszentrum Münster

Modellbauer aus NRW zeigen Fischertechnik-Kreationen im Handwerksbildungszentrum Münster 4
Zu den imposanten Fischertechnik-Kreationen der Modellausstellung zählen das Atomium von Rob van Baal und das Wiener Riesenrad von Markus Wolf. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Von Andreas Hasenkamp
Münster. Bei der Modellschau von Fischertechnik-Freunden aus NRW im Handwerksbildungszentrum Münster konnten am Sonntag die kleinen oder mehr als mannshohen Modelle auf verschiedene Art begeistern: Beim Wiener Riesenrad beeindruckt schon die Höhe der grazilen Konstruktion, andere ermöglichen, das Funktionieren von Maschinen zu erleben, wieder andere machen ästhetisch oder durch die verspielte Schöpferkunst Freude.

Bunte Bälle steigen in einer Spirale hoch, um  eine Rinne herabzurollen Kling-Kling-Kling: Sie stoßen Metallröhren an, machen nebenbei ein wenig Musik. Die Idee hatte Jan-Niklas Ostermann aus Herford. Der Zwölfjährige, seit fünf Jahren mit Fischertechnik beschäftigt, hat noch vier weitere Modelle zu bieten, darunter einen Getränkeautomaten und eine Roboter, der sich per Sensor seinen Weg sucht. Er sucht übrigens einen Freund, der mit ihm baut. Vor fünf Jahren hatte er sich bei der Modellausstellung im HBZ begeistern lassen.

Junge und erfahrene Modellbauer aus NRW stellen im Handwerksbildungszentrum aus

Neben ihm stellen Konstantin (7) und Johanna (9) und Markus Wolf aus Hövelhof bei Paderborn aus. Die Kinder haben einen LKW und einen Trecker geschaffen, ihr Vater das Riesenrad nachgebaut: 214 Zentimeter hoch, 32 Kilo schwer, etwa 12.000 Teile. Ohne Anleitung. Nach Fotos des Originals, 1897 erbaut und noch in Betrieb, errechnete er Maße, passte einzelne an, um Größe und Aufwand in Grenzen zu halten. Ab einem Alter von 12 Jahren könnten Kinder gut eigene Modelle schaffen, sagt er. Er hat schon mit sieben angefangen und stellt oft aus, auch in Wien; im HBZ ist er zum vierten Mal dabei.

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Er ist nicht der einzige der Aussteller, der sich um die Fähigkeiten der Kinder sorgt: „Das freie Konstruieren hat nachgelassen.“ Das will er seinen Kindern vermitteln.

Hoch hinaus mit dem Riesenrad: Familie Wolf mit Konstantin, Johanna und Vater Markus. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Hoch hinaus mit dem Riesenrad: Familie Wolf mit Konstantin, Johanna und Vater Markus. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Eigene Idee verwirklichen, Zusammenhänge verstehen

Bei Familie Howey aus Nottuln basteln alle: Fabian (12), Ida-Marie (9), Holger und Mutter Katja – sie allerdings „seltenst“. Der Vater baut Mühlen seiner Heimat nach – „damit Kinder sehen können, wie sie funktionieren“. Auf zwei Tafeln zeigt Familie Howey kleine Modelle , 101 Stück.

Der Clou: alle haben sie aus je 13 Teilen ein und desselben Oldtimer-Bausatzes geschaffen (eines aus zwei davon): Raumschiff und Gesicht, Flugzeug und Mars-Rover. Die motorischen Fähigkeiten vieler Kinder ließen nach, sagt Holger Howey.  Er  habe 12-Jährige erlebt, die Probleme hatten, mit der Schere Formen aus Papier zu schneiden.

101 Modelle aus 13 Teilen zeigen Holger, Ida-Marie und Fabian Howey im Handwerksbildungszentrum. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
101 Modelle aus 13 Teilen zeigen Holger, Ida-Marie und Fabian Howey im Handwerksbildungszentrum. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

 

Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Hiltrup zeigen einen Industrieroboter aus Fischertechnik-Komponenten , der Tonnen auf Plätze im Hochregal ablegen kann. Im Bild: Tom Luca Terkhulen und Maximilian Wenk. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Hiltrup zeigen einen Industrieroboter aus Fischertechnik-Komponenten, der Tonnen auf Plätze im Hochregal ablegen kann. Im Bild: Tom Luca Terkhulen und Maximilian Wenk. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

 

 

 

 

Drei Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Hiltrup, Tom Luca Terkhulen, Nils Greven und Maximilian Wenk, zeigen einen Industrieroboter, der Tonnen auf Plätze im Hochregal ablegen kann. Hier wie bei vielen anderen Modellen kommen Computer zum Einsatz. Die Hiltruper haben selbst programmiert. Die Koordination haben die beiden über Zeitmessungen gelöst, während ihr Nachbar einen Kran Dosen je nach Farbe sortieren lässt, getrieben von Pneumatik und Farbsensor. Die 14-Jährigen nehmen seit einem halben Jahr am Unterricht des Wahlpflichtfaches teil. Stark beteiligt ist die Erna-de-Vries-Schule aus Münster: 16 Schüler mit Modellen aus dem Wahlpflichtfach, 15 fürs Catering.

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Lichtquellen orten

Frank Holzhauer zeigt ein radar-ähnliches Gerät, das Lichtquellen ortet und signalisiert: Ein Modell von 1974. Zudem hat er eine eigene Website geschaffen, die die Historie der Fischertechnik nachzeichnet.

Organisiert haben die nun 14. Modellschau mit Fischertechnik vier Modellbauer aus dem Münsterland, viele technisch interessierte Schüler u.a. Realschulen und Gymnasien beteiligten sich. Insgesamt stellten 28 Aussteller aus.

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