300 Teilnehmer bei deutsch-polnischer Wirtschaftskonferenz

Berlin (pts/16.11.2006) – Seit dem EU-Beitritt Polens im Jahre 2004 hat die Abteilung für Handel und Investitionen der Botschaft der Republik Polen in Berlin eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, um die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit voranzubringen.

Zu den Projekten gehört u.a. die deutsch-polnische Wirtschaftskonferenz, die fast schon traditionsgemäß in Kooperation mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag im Herbst stattfindet. Die diesjährige Konferenz am Mittwoch in Berlin stand unter dem Motto: "Deutschland-Polen: Chancen unserer Nachbarschaft". Über 300 interessierte Vertreter der Wirtschaft nahmen an der Konferenz der Abteilung für Handel und Investitionen teil.

Die Wahl des Leitgedankens war nicht zufällig. Die bilateralen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland sind nach dem EU-Beitritt 2004 noch enger geworden. Der Informationsbedarf zu Marktchancen und Rahmenbedingungen wird größer. Ziel der Konferenz war es also, Unternehmern aus Berlin und Brandenburg die Möglichkeiten der deutsch-polnischen Wirtschaftskooperation näher zu bringen und Investitionspotenziale in Polen aufzuzeigen.

Das Podium war mit Experten und Vertretern aus Politik und Wirtschaft hochrangig besetzt:
Dr. Joachim Würmeling – Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft;
Elżbieta Wilczyńska – Unterstaatssekretär im Wirtschaftsministerium der Republik Polen;
Harald Wolf – Senator für Wirtschaft;
Prof. Dr. Józef Olszyński – Gesandter, Leiter der Abteilung für Handel und Investitionen, Botschaft der Republik Polen;
Dr. Eberhard Matiebel – Vorsitzender des Beirates PUK-Werke;
Michał Jonczyński – Stv. Geschäftsführer Solaris Bus & Coach S.A.
diskutierten über die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Nachbarländern und versuchten anhand der Erfahrungsberichte deutscher und polnischer Unternehmer alle sowohl positiven als auch negativen Aspekte wirtschaftlicher Tätigkeiten zu erörtern.

Die Podiumsdiskussion wurde von Herrn Roland Engels – Hauptgeschäftsführer der Berlin Partner GmbH moderiert.
Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Polen und Deutschland stellen sich wie folgt dar:

  •    Export aus Polen in die BRD    = 20,1 Mrd. Euro
  •    Import nach Polen aus BRD    = 19,9 Mrd. Euro
  •    Gesamtumsatz                = 40,0 Mrd. Euro

Der Wert der von deutschen Unternehmern in Polen getätigten direkten Investitionen im Jahr 2005 betrug über 1,5 Mrd. Euro. Zurzeit ist Deutschland der zweitgrößte ausländische Investor in Polen. Polnische Unternehmen haben in der Bundesrepublik Deutschland seit dem EU-Beitritt über 500 Mio. Euro investiert. Die größten polnischen Investitionen und Investoren sind:

  •    PKN Orlen (Öl und Kraftstoffkonzern) – Kauf von über 500 Tankstellen vom ARAL – 190 Mio. Euro;
  •    Boryszew S.A. (Chemiebranche) – Übernahme der KUAG in Oberbruch (NRW) ca. 5,5 Mio. Euro;
  •    Unimil S.A. (Gummi) – Übernahme von Condomi AG in Köln/Erfurt – !6 Mio. Euro;
  •    ComArch S.A. (IT-Branche) – Bau von Kompetenzzentrum in Dresden – 9,5 Mio. Euro;
  •    Sanplast (Chemie) – Übernahme von Hoesch GmbH (Plastik Badewannen und Duschkabinen) in Kreuzau-Schneidhausen – 20 Mio. Euro.

Im zweiten Teil der Konferenz stellten zwei polnische Institutionen – Die PAIIZ (Polnische Agentur für Information und Auslandsinvestitionen), vertreten durch Präsident A. Kanthak, und PART (Polnische Agentur für Touristikentwicklung) vertreten von der Vorstandsvorsitzenden A. Somorowska – ihre Angebote für ausländische Investoren vor. Die Tourismusbranche in Polen boomt, allein im Jahr 2005 verzeichnete Polen einen Besucheranstieg um 4,3%. Die meisten Touristen kommen aus Deutschland.

Einige gute Ratschläge und Tipps für deutsche Unternehmer, die in Polen einen Kooperationspartner suchen, gab Lars Bosse – Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Polnischen Industrie und Handelskammer in Warszawa. Wichtige Informationen für deutsche Unternehmer, die nach Polen expandieren möchten, sowie rechtliche Bedingungen unternehmerischer Tätigkeiten in Polen und Aufenthalts- und Arbeitsvorschriften wurden von Herrn Bogdan Janowski, I. Botschaftssekretär in der Wirtschaftsabteilung der polnischen Botschaft vorgestellt. Nicht behandelt wurden Fragen der grenzüberschreitenden Ermittlung und Observation durch Privatdetektive oder Wirtschaftsdetektive.

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