30 Jahre Stadtmuseum Münster: Eine Bürgerinitiative macht Furore

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Das Stadtmuseum Münster wird 30. Ein jugendliches Alter im Vergleich zur Stadtgeschichte, die dort präsentiert wird. Dennoch waren diese Jahre eine ereignisreiche Zeit mit dem Auf- und Umbau der Schausammlung und den zahlreichen Sonderausstellungen.

Von den ersten Ausstellungen zur umfassenden Schausammlung

30 Jahre Engagement für die Stadtgeschichte, angefüllt mit Sammeln und Bewahren, mit der Erforschung von Sachzeugnissen zur Geschichte der Stadt und deren Vermittlung. Nachdem bereits 1978 eine Bürgerinitiative den Vorschlag zur Errichtung eines stadtgeschichtlichen Museums gemacht und eigens einen Förderverein gegründet hatte, wurde 1979 der Geschichtslehrer Hans Galen zum Gründungsdirektor gewählt. Sogleich begann er mit dem Zusammentragen des alten städtischen Kunstbesitzes und den ersten Erwerbungen. 1980 wurde dann die Gerling-Villa an der Windthorststraße als erstes Museumsgebäude bezogen. Wesentliche Unterstützung erhielt das junge Museum von Anfang an durch den Förderverein, so dass am 1. Oktober 1982 mit der Ausstellung "Die Wiedertäufer in Münster" der Grundstein für die zahlreichen folgenden Präsentationen gelegt werden konnte. Die fünf Auflagen des Begleitkataloges motivierten zusätzlich zu weiteren Aktivitäten. Ein neuer Bau für 1200 Jahre Stadtgeschichte Wenige Jahre später beschloss der Rat der Stadt bereits den Bau eines größeren Gebäudes, das dann auch eine dauerhafte Schausammlung zu 1200 Jahre Geschichte der Stadt Münster beherbergen sollte. 1987 wurde das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Kaufhaus an der Salzstraße 28 entkernt. Von dem ehemaligen Althoff-Modehaus und späteren Karstadt-Möbelhaus blieb nur die Fassade erhalten, die Innenräume wurden im Erdgeschoss für den Handel und in den oberen Stockwerken für die Schausammlung, die Sonderausstellungsräume und die Verwaltung des Museums konzipiert und neu errichtet.

Die Eröffnung erfolgte am 31. August 1989. Seitdem gehört das Stadtmuseum zum Standardprogramm für Touristen wie Münsteraner, die regelmäßig die Gelegenheit nutzen, ein Stück eigene Geschichte neu zu entdecken. Kostenloser Eintritt lädt zu wiederholten Besuchen in das Haus an der Salzstraße ein. So ist durch die zentrale Lage an einer belebten Fußgängerzone die Idee, "Kunst und Kommerz" zu verbinden, erfolgreich umgesetzt. Geschichte der Region kreativ umgesetzt Mit seinem stetig gewachsenen Mitarbeiterstab präsentiert das Stadtmuseum seither die Geschichte der Region und ihre herausragenden Kunstwerke auf vielfältige Art und Weise. In der hauseigenen Werkstatt, der Restaurierungsabteilung und dem Fotostudio können sowohl die Objekte professionell behandelt, als auch die Ideen der Wissenschaftler aus den Bereichen Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie kreativ umgesetzt werden. Nach dem Einsatz der Bürgerinitiative vor 30 Jahren für das Stadtmuseum machen auch zahlreiche Schenkungen an das Museum deutlich, wie hoch die Identifikation der Münsteranerinnen und Münsteraner mit ihrer Stadt, aber auch mit dem Stadtmuseum ist. Neben Kunstobjekten sind auch so genannte lebensweltliche Darstellungen grundlegender Bestandteil des Stadtmuseums. Große Anziehungskraft üben etwa das "Café Edwin Müller" oder der VW Käfer auf dem "Parkplatz" davor aus. Ein Stück Zeitgeschichte an der Schnittstelle zwischen persönlicher Erinnerung und historischer Dokumentation, das die Atmosphäre wie die professionelle Präsentation der lokalen Geschichte illustriert.