Vom Kneippkurort Wolbeck und der Kohle Alfons Gernholt erzählt beim Offenen Frauentreff

Vom Kneippkurort Wolbeck und der Kohle Alfons Gernholt erzählt beim Offenen Frauentreff
Zwischen Kohlenbohrung und Kneippkur: Alfons Gernholt erzählte aus Wolbeck Geschichte beim Offenen Frauentreff. Foto: anh.

Münster-Wolbeck. Einmal stand in Wolbeck ein Turm, der der Kohleförderung dienen sollte. Der harte Mergelboden und ein Sturm setzten dem ein Ende, berichtete Alfons Gernholt am Mittwock beim Offenen Frauentreff im Saal der Christuskirche. Prägender war das Element des Wassers: Um die Burg floss der Piepenbach in verschiedene Adern, der Sumpf schützte Ort und Burg. Bis französische Kanonen im Schlesischen Krieg den englischen Soldaten in der Burg auf den Leib rückten. So verschwand die Burg, die eine Fläche von etwa 100 mal 150 Meter beanspruchte. Einige der Steine seien im Schloss der Universität verbaut, so Gernholt vor knapp zwei Dutzend Frauen.
Das Wasser der Angel nutzte dem Kurhaus an der Angel. Dort gehörten kalte Bäder zum Standard: „Ich habe heute noch kreischende Frauenstimmen im Ohr.“ Außerdem verschaffte die Angel Gernholt als Knaben den Triumph, einen 1,1 Meter langen Hecht zu fangen – er zeigte auch dazu ein Foto.
Das Wasser spielte eine Rolle, als Wolbeck für zehn Jahre des Status eines Kneippkurorts erhielt. Wie dem Kneippverein das gelungen sei, sei ihm heute noch unverständlich. Zu den nötigen Anstrengungen gehörten Verbesserungen bei der Kanalisation. 1976 lief der Status aus – und einen neuen Antrag der Stadt Münster gab es nicht.
Zuvor hatte Wasser in vielen Häusern Wolbecks für die Verbreitung von Tuberkulose gesorgt. Als Antriebsenergie für die Wassermühle musste es sehr hoch aufgestaut werden.
Bei einer kleinen Andacht vor dem Vortrag sangen die Frauen ein geistliches Lied und lasen zusammen einen Text zum Advent, der in raffinierter Weise seinem Titel gerecht wurde: „Perspektivwechsel“.
Zu den Themen des Frauentreffs seit dem Sommer gehörten „Musizieren bis ins hohe Alter“ mit Professor Hermann Wickel aus Angelmodde und die Türmerin von St. Lamberti sowie Frauen in der Diakonie im 19. Jahrhundert. Das Programm für 2019 soll im Dezember verfügbar sein, so Ingrid Bangert.
Im Mittelpunkt des diesjährigen letzten Treffens des Frauentreffs steht die
Wandelkrippe in der Kirche St. Nikolaus. Vroni Artmann wird über die Krippe referieren.
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Alfons Gernholt erzählte auch aus persönlichem Erleben von der Geschichte Wolbecks. Foto: anh.

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