Münster-Wolbeck. Zwei heiße Partien bot das Traditions-Fußballspiel „Dorf gegen Heide“ am Mittwoch den Zuschauern. Wobei das recht kühle und phasenweise feuchte Wetter viele vom Gang zum Rasenplatz auf der Bezirkssportanlage am Brandhoveweg abgehalten hatte; es waren bei weitem nicht so viele wie in den Vorjahren.
Zwei Treffer ohne Perücke
Die ganz kleinen Kicker der U7 legten vor, trainiert von Silvia
Gieseking und Berthold Aland. Hier gingen die Spieler reihenweise
schmerzerfüllt zu und Schiedsrichter Alfred Tacken dämpfte mit
freundlicher Gelassenheit manchen Schmerz an Schienbein und Knie.
Dennoch hatte der eine oder andere seine Aggression nicht im Griff – und
wurde aus dem Spiel genommen. Obwohl es bei den Jüngsten die
Abseits-Regel nicht gibt und auch beim Einwurf die Kriterien lockerer
sind. Der Spaß am Spiel sei wichtig, so Tacken.
Das sahen die anderthalb
Dutzend Eltern und Geschwister am Rand des Kleinfeldes ebenso – hier
gab es eine Fülle munterer, nicht ganz ernst gemeinter Kommentare zur
allgemeinen Belustigung.
Für Tacken ging es gleich mit den ganz Großen weiter, die Spaß und
fußballerisches Niveau zu verbinden wussten. Rudi Haves war der Kühle
wegen mit schwarzer Perücke aufgelaufen, Frank Krause tat es ihm
solidarisch mit Pippi-Langstrumpf-Perücke nach. Rudi Haves teilte die
Positionen zu und freute sich über drei spontan hinzugestoßene Herren,
im Schnellverfahren integriert: „Wie heißt Du?“ - „Norbert!“.
Dann wogten die Altherren hin und her, Erich Voß setzte sich für die
„Heide“ durch, am Spielfeld-Rand fragte VfL-Chef-Logistiker
Hermann-Josef Ringbeck sich angesichts einer leeren Ersatzbank für das
Dorf: „Kriegen wir denn im Dorf gar keinen Nachwuchs mehr?“. Beide
Seiten hatten gute Chancen, konstatierte Sven Weigelt zur ersten Pause.
Doch „Dorf“ machte hinten zu, „Heide“ schwächelte im Sturm und dann
rumste es im Heide-Kasten: Krause trickste einen Abwehrspieler aus und
der Torwart musste hinter sich greifen. „Ich habe den Ball von innen
nach außen geschnitten, dann hatte er einen Backspin“, legte Krause
seine Erfolgsrezept offen. „Das Tor tat gut nach so langer Zeit.“ Der
Jubel der Dorf-Mannschaft, selten mit einem Sieg bei Dorf-gegen-Heide
verwöhnt, war kaum verklungen, da stürmte Krause wieder, Josef
Schwegmann ging mit, bekam den Pass: 2:0 für das Dorf.
Eine Sensation
deutete sich an: „Wird Dorf zum ersten mal seit 28 Jahren gewinnen?“,
fragte ein Ersatzmann der Heide.
So kam es dann auch – erneut traf Krause, diesmal aus spitzem Winkel.
3:0 für das Dorf, die Sensation war da. Bei den Jubel-Mannschafts-Fotos
waren Dorf und Heide dann schon wieder gleich gut aufgelegt: Wie immer
hatte Wolbeck gewonnen. Der Reinerlös des Leder-Festivals geht an den
Förderkreis Achatius-Haus, der mit einem Info-Stand vertreten war.
Das Spiel-Ergebnis wird freilich noch geprüft: Schiri Tacken war nicht
entgangen, dass der zweifache Torschütze sein Aussehen während des
Spiels verändert hatte: Die Perücke war bei den Treffern weg. „Ich muss
mal mit dem Verband reden“, meinte Tacken. Aber mit einem Schmunzeln.
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