Münster, 29.03.2010. Fahrradurlaub mit Komfort und Higtech-Ausstattung steht bei deutschen Urlaubern hoch im Kurs: „Pedelecs, Retro-Style und mehr Technik und Komfort am Rad sind die drei großen Trends“, sagt Bettina Cibulski, Pressesprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC).
Navigation mit GPSfür Radfahrer
So sei inzwischen der Nabendynamo Standard, die Fahrräder werden
wartungsärmer und auch GPS setzte sich immer mehr durch. Auf Satellitennavigation setzt auch die Projektgruppe
„Naviki“ der Fachhochschule (FH) Münster: Im Internet oder mit Hilfe
spezieller Handy-Software liefert das Programm kostenlos individuelle
Routen für den Radverkehr. „Naviki entspricht genau dem Anspruch der
Fahrradfahrer und trifft den Nerv der Zielgruppe“, so Ulf Keutmann vom
Deutschen Tourismusverband.
„Nutzer können ihre Strecken unmittelbar auf einer Karte sehen, als
Wegbeschreibung ausdrucken oder für die Navigation mit einem GPS-Gerät
oder Handy herunterladen“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Gernot
Bauer, Leiter des Labors für Software Engineering der FH Münster. Zudem
lassen sich mittels GPS selbst aufgezeichnete Wege auf die Internetseite
hochladen. Auf diese Weise können die Radler mit ihren Ortskenntnissen
das Streckennetz individuell erweitern. Naviki berücksichtigt das so
ständig wachsende Netz automatisch bei Routenauskünften. „Durch diese
Innovation hat das System riesiges Potenzial“, ist sich Bauer sicher.
Potenzial auch deshalb, weil der Fahrradtourismus generell sich großer
Beliebtheit erfreut – und davon könnte Naviki profitieren: „Die
Nachfrage in diesem Segment ist enorm – Fahrradurlaub in Deutschland ist
auch 2010 der Trend“, sagt Ulf Keutmann. Der Fahrradtourismus zeichne
nach wie vor hohe Wachstumsraten auf. Das stärkere ökologische
Bewusstsein, die hohen Benzinpreise oder der demografische Wandel bilden
die Wachstumspotenziale. Der demografische Wandel führt auch dazu, dass
Hightech und Komfort immer mehr zum Verkaufsargument werden: „Das
Segment Pedelecs steigt weiterhin am stärksten“, sagt Bettina Cibulski.
Pedelec steht für "Pedal Electric Cycle". Ein Elektromotor verstärkt
beim Treten die Antriebskraft. Laut ADFC haben sich bei den
Elektro-Fahrräder die Verkaufszahlen von 2005 auf 2008 von ca. 25.000
Stück auf ca. 100.000 Stück vervierfacht.
Einen Verkaufsboom können sich die Experten auch für das Naviki
vorstellen: „Sobald sich die neue Handy-Generation der Smartphones
durchgesetzt haben, wird auch Naviki einen Absatzschub bekommen“, glaubt
Keutmann. In ein bis zwei Jahren könne das der Fall sein. Auch Peter
Hürter, Inhaber der Firma Fahrrad-XXL Hürter in Münster, sieht im Naviki
ebenfalls „eine Menge Potenzial“. „Eine sehr, sehr gute Idee. Die
Vorstellung eines offenen Portals geht in die richtige Richtung.“ Auch
er sieht den großen Absatzschub für das Naviki kommen, wenn entsprechend
funktionsfähige Handys massenhaft verbreitet sind.
Naviki speziell für Rennräder, Mountainbikes und Kinder
Mit Naviki sollen möglichst viele, unterschiedliche Radfahrer erreicht
werden. Sowohl Menschen, die das Fahrrad im Alltag nutzen, als auch
Freizeit- und Urlaubs-Radler. „Darum ist es unser Ziel, Naviki leicht
verständlich und einfach bedienbar zu gestalten. In einer zukünftigen
Ausbaustufe wird es die Möglichkeit geben, Routen z.B. speziell für
Rennräder, Mountainbikes oder Kinder zu erstellen“, kündigt Bauer an.
Die Plattform ist seit kurzem verfügbar und routet schon jetzt in ganz
Deutschland. Im April wird Naviki kostenlose Anwendungen für iPhone- und
Android-Handys zur Verfügung stellen. Bauer: „Die GPS-Technik
entwickelt sich nach und nach zu einer Standardfunktion neuer
Mobiltelefone. Wer ohnehin ein entsprechendes Gerät besitzt, kann es
durch Naviki einfach zum Fahrrad-Navi machen.“
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