Sehenswertes in Münster-Wolbeck

Tiergarten: Besondere Tier- und Pflanzenarten

25 Jul , 2006  

Kärglich und feucht ist der Sandlößboden im Tiergarten in Münster-Wolbeck. Typische Pflanzenarten wie behaarte- und vielblütige Hainsimse, Pillen- und Winkelsegge, Winterschachtelhalm und Ordenskissenmoos sind relativ unscheinbar. Sie wollen ebenso wie die Flatterulme mit ihren an Tropenbaumarten erinnernden Brettwurzeln von Ihnen als Waldbesucher entdeckt werden. Viele seltene Flechten, Moose und Pilze erkennt jedoch nur der Fachmann.

Während eines Spazierganges im März/April schallt das Trommeln von Schwarz- und Buntspecht durch den Wald. Der auf alte Eichenwälder spezialisierte Mittelspecht dagegen verrät seine Anwesenheit durch seinen quäkenden Ruf. Mit etwas geübtem Blick kann man den "Blauen Diamanten", den Eisvogel, pfeilschnell über die Wasserfläche am Nordrand des Waldes fliegen sehen. Spät abends dann, wenn die Besucher schon längst den Wald wieder verlassen haben und die relative Luftfeuchte mindestens 85 % erreicht hat, gehen im Frühling und Sommer die schwarz-gelb gemusterten Feuersalamander auf ihre nächtliche Nahrungssuche.

Im Frühling zeigt der Wald sein schönstes Gesicht. Weiße Blütenteppiche von Großer Sternmiere, Sauerklee, Schattenblümchen sowie vereinzelte Maiglöckchen bedecken dann den Waldboden an zahlreichen Stellen.
In der Naturwaldzelle "Teppes Viertel" im Norden des Tiergartens gibt nur noch die Natur den Ton an! Auf ca. 6 ha Waldfläche wird hier seit den sechziger Jahren kein Baum mehr gefällt und es soll wieder ein "Urwald von morgen" entstehen. Forstwissenschaftler erforschen in diesem Freilandlabor die biologischen Abläufe der Waldentwicklung aus Entstehen und Vergehen und dem Kampf der Pflanzen um das Licht. Dicht mit Pilzen, Moosen und Flechten besetzte morsche Altbäume dürfen wieder im fortwährenden Kreislauf der Stoffe in neues Leben übergehen. Die jungen Baumkeimlinge von Birke, Esche und Faulbaum wurzeln nämlich nicht nur im Waldboden, sie sprießen hierauch aus umgestürzten, vermorschenden Buchen.

Quelle: Faltblatt "Wolbecker Tiergarten", Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten Nordrhein-Westfalen, www.loebf.nrw.de. Mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle.
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