Selbst aktiv werden bei der Anschlussfinanzierung

Die meisten Kreditinstitute bieten ihren Bestandskunden einfach die gleichen Konditionen an wie im Neugeschäft. Das reicht nicht aus. Die Verlängerung eines bestehenden Darlehensverhältnisses verursacht erheblich weniger Arbeitsaufwand als der Abschluss eines neuen Vertrages.

Verlängerungsangebot meist günstiger 

 Schon aus diesem Grunde sollte das Verlängerungsangebot günstiger sein. Wenn bei der ursprünglichen Finanzierung nur relativ wenig Eigenkapital eingesetzt werden konnte und deshalb das Gesamtdarlehen oder ein Teildarlehen mit einem Risikozinsaufschlag versehen war, sollte auch darüber verhandelt werden, ob dieser Aufschlag noch gerechtfertigt ist. Oft werden solche Verteuerungen einfach fortgeschrieben, obwohl durch die zwischenzeitlich geleisteten Tilgungen gar kein erhöhtes Risiko mehr für das Kreditinstitut besteht.

Konditionen anderer Anbieter

Jeder Kreditnehmer sollte sich zudem einen Überblick über die Konditionen anderer Anbieter verschaffen und auch konkrete Angebote einholen. Denn zum einen lässt sich ohne die Androhung eines Bankwechsels kaum Verhandlungsmacht entfalten. Und zum anderen ist es oftmals tatsächlich günstiger, die Anschlussfinanzierung mit einem anderen Kreditinstitut zu vereinbaren.

Anschlussfinanzierung bei anderem Kreditinstitut erwägen lohnt sich

Vor einem solchen Schritt schrecken die meisten Kreditnehmer allerdings zurück, weil sie glauben, dass der damit verbundene Aufwand kaum lohne. Dies ist jedoch vielfach eine falsche Vorstellung, da die Zinsunterschiede zwischen den Kreditinstituten beträchtlich sind. Bei Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung liegen die Top-Konditionen des günstigsten und des teuersten Anbieter zurzeit um 0,7 Prozentpunkte auseinander. Das scheint nicht besonders viel zu sein. Aber: Bei dem teuren Anbieter sind für ein Darlehen über 100.000 Euro bei einer anfänglichen Tilgung von drei Prozent über zehn Jahre hinweg insgesamt rund 36.000 Euro an Zinsen zu zahlen. Nutzt man bei dem günstigen Anbieter den niedrigeren Zins für eine entsprechend höhere Tilgung, so sind bei gleicher monatlicher Rate demgegenüber nur 28.900 Euro zu zahlen. Der scheinbar kleine Unterschied macht also immerhin mehr als 7.000 Euro aus. Im Falle einer 15jährigen Zinsfestschreibung summiert sich der Unterschied in der Spitze sogar auf über 10.000 Euro.

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Kosten des Bankwechsels gering

Bei kleineren Zinsunterschieden fallen die möglichen Ersparnisse natürlich geringer aus. Da die Kosten eines Bankwechsels bei einer Abtretung der Grundschuld nur ein paar hundert Euro betragen, rechnet sich der Wechsel aber schon bei geringen Zinsdifferenzen.

Ein günstigerer Zins ist jedoch noch nicht alles. Zu klären ist auch, welche neue Zinsbindung gewählt werden soll. Reichen zehn Jahre aus oder ist es sinnvoller, eine längere Festschreibung zu vereinbaren? Ein weiterer Punkt ist die Höhe der laufenden Tilgung: Wird die bisherige Höhe beibehalten, sinkt zwar die monatliche Rate; zu beachten ist aber, dass sich dann auch die Laufzeit des Kredites verändert. Damit hier später keine unliebsamen Überraschungen drohen, sollten unbedingt Tilgungspläne erstellt werden. Eine wichtige Frage ist schließlich auch die Flexibilität des neuen Darlehens. Stichworte sind hier vor allem die Sondertilgungsrechte sowie die Möglichkeit, die laufende Tilgung während der Zinsbindung zu variieren.

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Über Andreas Hasenkamp 6412 Artikel
Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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