„Wohnen für Hilfe“ bringt Jung und Alt zusammen

Münster.-  Durch Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Alt sollen in Münster Studierende und Auszubildende günstig an Wohnraum kommen und Senioren praktische Alltagshilfen erhalten. Die Partnerschaften funktionieren nach dem Grundsatz "Wohnen für Hilfe". Statt Miete wird eine Hilfeleistung vereinbart, deren zeitlicher Umfang dem Mietwert des Wohnraums entspricht.

Münster startet Modellprojekt "Wohnpartnerschaften" / Günstige Unterkunft für Studierende, Unterstützung für Senioren

Die Stadt wolle alte Menschen ermutigen, nicht mehr benötigten Wohnraum an sozial engagierte Studierende zu vermieten, die regelmäßig Hilfeleistungen erbringen und dadurch die üblichen Mietkosten einsparen, sagte Sozial- und Wohnungsdezernentin Dr. Agnes Klein. Über den praktischen Ansatz von Leistung und Gegenleistung hinaus könne das Modell "auch zum substanziellen Beitrag für die Begegnung der Generationen, vielleicht auch die Begegnung unterschiedlicher Kulturen" werden.

Münster als junge Stadt bietet für das vom Land NRW geförderte Modellprojekt denkbar gute Voraussetzungen. Allein 50 000 junge Menschen sind an den acht Hochschulen eingeschrieben. Preisgünstiger Wohnraum ist für die Studierenden nach wie vor knapp. Wenn sie in Zukunft Studiengebühren bezahlen müssen, dürfte ihr Budget für die Unterkunft noch enger werden.

Zugleich wohnen in der Stadt 46 000 Menschen ab 65 Jahren. Davon leben viele in geräumigen Wohnungen und Häusern. Die täglichen Arbeiten werden für sie mit zunehmendem Alter beschwerlicher. Dann sind selbst kleinere Alltagshilfen als große Entlastung willkommen – sei es beim Putzen oder Einkaufen, bei der Gartenarbeit, beim Vorlesen, dem Begleiten zu Arztterminen und anderen Tätigkeiten, die nicht unter die Kategorie "medizinische Pflegedienste" fallen.

"Wir wollen Senioren mit Studierenden und Auszubildenden zusammenführen. Dabei gilt als Faustregel, dass pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich eine Stunde Hilfe geleistet wird", so Gabriele Regenitter, Leiterin des Amtes für Wohnungswesen. Jede Wohnpartnerschaft, die dabei entstehe, sei ein besonderes Vertrauensverhältnis. Die Stadt wolle dafür sichere Rahmenbedingungen schaffen.

Beim Anbahnen der Wohnpartnerschaften hilft Christa Reiffer vom Wohnungsamt. Sie wird alle Interessierten beraten, ihre Wünsche und Erwartungen erfassen und passende Bewerberinnen und Bewerber für die Vermittlung ansprechen. Sollte es später zu Problemen im Miteinander von Wohnpartnern kommen, berät sie und hilft – sofern gewünscht – gemeinsam eine Lösung zu finden.

Wer neugierig ist oder sich sogar schon vorstellen kann, eine solche Wohnpartnerschaft einzugehen, kann das regelmäßige Info-Café im Gesundheitshaus an der Gasselstiege 13 besuchen (4. OG, Gruppenraum 2). Dort besteht ab dem 8. Dezember an jedem zweiten Donnerstag im Monat Gelegenheit, andere Senioren und Studierende in ungezwungener Atmosphäre kennen zu lernen.

Der Verlauf des zunächst auf drei Jahre angelegten Projektes wird wissenschaftlich begleitet. Diese Arbeit liegt bei Prof. Dr. Erika Bock-Rosenthal von der Fachhochschule Münster.

Information und Beratung erhalten Interessierte von Christa Reiffer im Wohnungsamt (Iduna-Hochhaus, Servatiiplatz 9), Telefon 4 92-64 51. Für persönliche Gespräche ist sie mittwochs von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr und außerdem zu Terminen nach Absprache erreichbar.

Schriftliche Informationen enthält das Faltblatt "Wohnen für Hilfe". Es liegt unter anderem in der Münster-Information im Stadthaus 1, im Amt für Wohnungswesen und im Gesundheitshaus aus. Aus Münsters Stadtnetz können neben diesen Informationen auch Vordrucke für Interessenten unter www.muenster.de/stadt/wohnungsamt abgerufen werden (Rubrik "Wohnen für Hilfe").

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