Landwirtschaft

Patente, Gen-Technik und schlechte Erfahrungen aus dem Ausland

9 Aug , 2005  

Nicht nur grün Angehauchte haben wenig Lust, sich von Konzernen über Patente auf Saatgut gängeln zu lassen. Da mag die neueste Kritik der Bündnisgrünen am Monsanto-Konzern auch für Landwirte und Verbraucher aus Wolbeck interessant sein, erschienen am 09.08.2005.

Klage von Monsanto: Grüne Zitrone für schlechtestes Firmen-Image und PR-Arbeit

Zum Versuch Monsantos, die Zulassung für den Gen-Mais MON810 gerichtlich zu erzwingen, erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin:

Die Penetranz des US-amerikanischen Gentechnik-Konzerns Monsanto, gegen den Willen der Verbraucher und Landwirte vorzugehen, ist schier unerträglich. Monsantos Marktstrategie nach "Wildwest-Manier" ist dafür verantwortlich, dass der Streit um die Agro-Gentechnik in Deutschland eskaliert und Imker, Landwirte und empörte Verbraucher auf den Gen-Äckern demonstrieren.

Monsanto bewirbt sich wieder für die schlechteste PR-Arbeit des Jahres. Schon 1999 hat das Time Magazin das Unternehmen in dieser Kategorie ausgezeichnet, als Monsanto eine genveränderte Soja-Bohne in Deutschland mit agressiven Werbestrategien als erstes Gentechnikprodukt auf den Markt brachte.

gerichtliche Auseinandersetzung ein beliebtes Mittel bei Monsanto

In den USA ist die gerichtliche Auseinandersetzung ein beliebtes Mittel bei Monsanto, seine Interessen durchzusetzen. Gen-Saatgut bringt den Landwirten dort keine generell höheren Erträge, sondern oft nur höhere Kosten (durchschnittlich 25 bis 35 Euro pro Hektar) und auch noch Klagen vor Gericht ein.

Gen-Saatgut ist immer auch Patent-Saatgut

Gen-Saatgut ist immer auch Patent-Saatgut – und das bekommen die Landwirte in den Hauptanbaugebieten USA, Kanada und Argentinien schon heute bitter zu spüren. In Kanada und USA zerrt Monsanto Landwirte vor Gericht, nur weil zufällig Gentechnik-Pollen auf ihre Felder geraten sind. Monsanto hat eigens Leute als "Feldspione" eingestellt, die durch die Äcker streifen. Selbst eine kostenlose Hotline, bei der Nachbarn verdächtige Geschehnisse melden sollen, wurde vom Monsanto eingerichtet. Inzwischen hat der Konzern sogar dafür gesorgt, dass auch in Argentinien – dem Hauptanbaugebiet für Gen-Soja von Monsanto – ein Gesetz erlassen werden soll, dass der Firma das Eintreiben von Patentgebühren ermöglichen soll."

Abschließend heißt es in der Pressemitteilung von Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN:

… lehnen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ab

"Wir lehnen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ab, denn sie bedeutet Monopole industrieller Großkonzerne auf patentiertes Saatgut, sie bedroht die gentechnikfreie Landwirtschaft und gefährdet Arbeitsplätze im ökologischen Landbau, sie bedeutet massive Subventionierung durch öffentliche Steuergelder, erhebliche Kontrollkosten und Bürokratie und leere Arbeitsplatzversprechungen."

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