OB Tillmann bedauert Entscheidung des britischen Verteidigungsministers

Münster.- Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann hat die Entscheidung des britischen Verteidigungsministeriums bedauert, die bislang in Münster und Osnabrück stationierten britischen Soldaten größtenteils nach Großbritannien zurückzuverlegen. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster mit.

„Münster ist lange und gerne britische Garnisonsstadt“

„Münster ist lange und gerne britische Garnisonsstadt“, sagte Tillmann. Er habe sich seit mehr als einem Jahr, als ihn die ersten Gerüchte über Umstrukturierungsmaßnahmen erreichten, bei der Rheinarmee und verschiedenen britischen Dienststellen bis hin zum Verteidigungsministerium für den Verbleib der britischen Soldaten in Münster eingesetzt. Dabei habe er auf die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den britischen Soldaten hingewiesen.

Auch die Unterstützung der Familien der Soldaten, die oftmals von Münster aus zu gefährlichen Kampfeinsätzen entsandt wurden, habe er hervorgehoben. „Die Briten sehen das genauso – Münster ist ein sehr geschätzter Standort für die britischen Soldaten“, fasste Tillmann die Reaktionen zusammen. Wie der Oberbürgermeister berichtet, sind zurzeit rund 1500 britische Soldaten der 4. Panzerbrigade in der York-Kaserne (Gremmendorf) und in der Oxford-Kaserne (Gievenbeck) stationiert. Die Zahl der Zivilbeschäftigten schätzt die Stadt auf 60 bis 100.

Der britische Verteidigungsminister hat (am 30. Januar) im Unterhaus mitgeteilt, dass die 4. Panzerbrigade zunächst in eine mechanisierte Brigade umgewandelt und dann 2008/09 nach Großbritannien zurückverlegt werde. In Münster werde davon das in der York-Kaserne stationierte Close Support Medical Regiment ausgenommen.

Umfang der Umstrukturierung in Münster ist noch nicht absehbar

Außerdem könnten möglicherweise durch den Abzug freiwerdende Kasernenkapazitäten in Münster durch Unterstützungsverbände für die in Deutschland verbleibenden beiden Panzerbrigaden in Bergen-Hohne und Paderborn, wie zum Beispiel Infanterie- und Logistikeinheiten, weiter genutzt werden. Die Entscheidung hierüber falle nach seinen Informationen Ende 2006, erklärte der Oberbürgermeister. Insofern sei zum jetzigen Zeitpunkt nur klar, dass die Briten nicht von heute auf morgen Münster komplett verließen, Münster aber gleichwohl von den Umstrukturierungsmaßnahmen betroffen sein werde.

„Fest steht bislang nur, dass Münster von der Umstrukturierung betroffen ist, das konkrete Ausmaß ist aber noch nicht abzusehen“, sagte Tillmann. Er halte daher zum jetzigen Zeitpunkt auch nichts davon, Szenarien nach dem Motto „was wäre wenn“ zu entwickeln. „Wir sollten weiterhin alles dafür tun, dass auch zukünftig möglichst viele britische Soldaten hier stationiert sind und nicht so tun, als ob sie schon weg wären“, erklärte der Oberbürgermeister. Öffentliche Gedankenspiele, die in eine andere Richtung zielten, könnten durchaus kontraproduktiv wirken, so lange noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden seien.

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